Bündner Verwaltungsgericht stellt sich hinter krankes Kind

In Graubünden gilt der Grundsatz: Kinder besuchen die Schule am Wohnort. Ist dies aus medizinischen Gründen nicht sinnvoll, können Ausnahmen gemacht werden. Dies hat nun das Bündner Verwaltungsgericht entschieden. In einem solchen Fall muss die Wohngemeinde weiterhin die Schulkosten übernehmen.

Blick in eine Primarklasse aus dem Jahr 1997.

Bildlegende: Kinder besuchen die Schule am Wohnort. Jetzt können auch Ausnahmen gemacht werden. Keystone

Es geht um einen Jungen, der an Epilepsie leidet. In der Schule ist er etwas eingeschränkt, besonders Fremdsprachen machen ihm Mühe. Er wohnt in einer Gemeinde in der Nähe von Chur. Die Schule dort ist zweisprachig  Romanisch und Deutsch.

Im Nachbardorf wird in Deutsch unterrichtet. Ein Wechsel in diese Schule würde den 11jährigen erheblich entlasten, zu diesem Schluss sind verschiedene Fachleute gekommen. Für die Eltern war deshalb klar, dass der Junge dort die Schule besuchen soll. Unterstützung erhielten die Eltern vom Kantonalen Erziehungsdepartement, das Kind konnte die Schule wechseln.

Doch dagegen wehrte sich die Wohngemeinde bis vor Verwaltungsgericht. Schon seit längerem verfüge man über Angebote für schwächere Schüler. Auch im vorliegenden Fall sei es gelungen, den Jungen gut zu betreuen und zu fördern. Es gebe keinen Grund für einen Schulwechsel.

Das sieht das Verwaltungsgericht nun anders. Es gebe medizinische Gründe. Die neue Situation an der Nachbarschule sei für das Kind das Beste. Aus diesem Grund sei der Wechsel richtig gewesen. Die Kosten für den Unterricht im andern Dorf müsse die Wohngemeinde tragen.