Zum Inhalt springen
Inhalt

Graubünden Bundesrat ermöglicht Sonntagsverkauf in Einkaufszentren

Einkaufszentren, die bestimmte Regeln erfüllen, dürfen neu während des ganzen Jahres an Sonntagen Personal beschäftigen. Der Bundesrat hat die neue Regelung beschlossen und will sie ab 1. April umsetzen.

Legende: Audio Die Voraussetzungen für die Sonntagsarbeit (18.02.2015) abspielen. Laufzeit 03:14 Minuten.
03:14 min

Die neue Regelung des Bundesrates heisst für das «Designer Outlet» in Landquart aber noch nicht definitiv, dass es auch an Sonntagen offen bleiben darf. Allerdings hat der Bundesrat die Bestimmungen soweit gelockert, dass die Sonntagsarbeit im Outlet durchaus zulässig sein könnte.

Die Arbeitnehmenden müssen für die Sonntagsarbeit aber eine spezielle Kompensation erhalten, wie Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann am Mittwoch vor den Medien in Bern sagte. Diese Kompensation müssten die Sozialpartner aushandeln. Der Bundesrat schreibe lediglich vor, dass sie über dem gesetzlichen Minimum liegen müsse.

Überwiegend Luxusartikel

Die Lockerung des Sonntagsarbeitsverbotes gilt nur für Einkaufszentren, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Derzeit seien dies zwei, sagte Schneider-Ammann: Das Einkaufszentrum FoxTown in Mendrisio (TI) und das Shopping-Dorf «Designer Outlet Landquart». Das eine oder andere Shopping-Zenter könnte aber laut dem Wirtschaftsminister hinzukommen.

Voraussetzung ist, dass das Warenangebot auf den internationalen Fremdenverkehr ausgerichtet ist. Die Mehrheit der Geschäfte im Einkaufszentrum muss überwiegend Luxusartikel anbieten, insbesondere Kleider, Schuhe Accessoires, Uhren, Schmuck und Parfüm. Weiter muss der Umsatz zu einem wesentlichen Teil mit internationaler Kundschaft erwirtschaftet werden.

Schliesslich muss das Einkaufszentrum entweder in einem Fremdenverkehrsgebiet liegen oder sich höchstens 15 Kilometer zur Schweizer Grenze und in unmittelbarer Nähe eines Autobahnanschlusses oder Bahnhofs befinden.

Bund entscheidet

Welche Einkaufszentren die Anforderungen erfüllen, entscheidet der Bund auf Antrag der Kantone. Die Zentren sollen in einer Verordnung namentlich aufgeführt werden. «Sonntagsarbeit wird nicht grundsätzlich zum Thema, sondern sehr selektiv ermöglicht», sagte Schneider-Ammann. Betroffen seien in Mendrisio rund 1000 und in Landquart rund 400 Angestellte.

Starker Franken als Argument

Der Bundesrat trage mit der Änderung den geänderten Bedürfnissen des Fremdenverkehrs Rechnung, schreibt der Bund. Shopping gehöre zu den wichtigsten Gründen für eine Reise in die Schweiz. Mit dem starken Franken habe die neue Bestimmung zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Sie trage dazu bei, Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in der Schweiz zu sichern.

In der Vernehmlassung hatte eine Mehrheit der Teilnehmenden eine Lockerung des Sonntagsarbeitsverbots abgelehnt. Dagegen stellten sich die meisten Kantone sowie die Gewerkschaften und die SP. Da es sich um eine Verordnungsänderung handelt, entscheidet der Bundesrat aber in eigener Kompetenz.

Das Parlament hatte die Lockerung gefordert. Es nahm eine Motion des Tessiner FDP-Ständerats Fabio Abate an. Dessen Forderung hatte mit dem Einkaufszentrum FoxTown in Mendrisio zu tun. Dort waren jahrelang rechtswidrig Sonntagsverkäufe toleriert worden. Auch in Graubünden war der Sonntagsverkauf nach einem Bundesgerichtsentscheid vor einem Jahr illegal.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Berner, Bülach
    Der starke Schweizer Franken wird also als Argument benutzt, um alle alten Forderungen der Erzliberalen durchzubringen. Langsam verstehe ich,wieso die rechtsbürgerlichen Kreise so viel Verständnis aufbringen für den merkwürdigen Entscheid der SNB - endlich haben sie die Argumente, um Lohnkürzungen, Sonntagsarbeit, Entlassungen, Verlängerung der Arbeitszeit etc. durchzubringen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Paul Müller, 3000 Bern
      Ein etwas konstruierter Zusammenhang; diese Anpassung ist mit Rücksicht auf das veränderte Konsumbedürfnis von uns allen und mit Blick auf den Tourismus - notabene die wichtigste Einnahmequelle - überfällig und richtig. Wir sollten dem Bundesrat dankbar sein, setzt er hier ein wichtiges Zeichen für die heimische Wirtschaft. Auch eine klare Mehrheit der Outlet-Mitarbeitenden hat sich für die Sonntagsarbeit ausgesprochen. Wahrscheinlich sollte eher die UNIA sich mal grundsätzlich hinterfragen..
      Ablehnen den Kommentar ablehnen