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Graubünden Christbaumernte in der Stadt Chur

Seit den neunziger Jahren pflanzt die Stadt Chur im grossen Stil Christbäume an. Während der Weihnachtszeit fällen die Churer Förster rund 800 Bäume, die gleichentags oder kurz danach über den Ladentisch gehen. Das Geschäft lohnt sich finanziell und menschlich.

Die beiden Lehrlinge Christof Thoma und Dario Obrecht beim Ernten der Christbäume.
Legende: Um die Weihnachtszeit: Viel Arbeit für die beiden Lehrlinge Christof Thoma und Dario Obrecht. SRF

Feiner Nebel hängt in den Bäumen, es schneit leicht. Der Churer Stadtförster Toni Jäger stapft mitten durch die Tannenbäumchen. Mit einem Handzeichen sucht er einzelne Bäume aus, die dann Lehrling Dario Obrecht fällt. Rund 800 Bäume verkauft die Stadt Chur während der Weihnachtszeit. Sie werden kurz vor dem Verkauf oder am gleichen Tag geschnitten.

Die Arbeiten gehen zügig voran. Die Förster ernten im Sekundentakt die Christbäume. Einsatzleiter Oskar Niedermaier stutzt mit der Motorsäge sorgfältig den Stamm zurecht und lässt dabei soviel Rinde wie möglich stehen: «Wenn die Rinde fehlt, können die Bäume kein Wasser mehr aufsaugen.»

Grosse Auswahl

In den neunziger Jahren begann Chur im grossen Stil Christbäume anzupflanzen. «Wir wollten den Kunden eine Auswahl bieten», so Toni Jäger.

Heute umfasst die Christbaumkultur rund 18‘000 Bäume mit fünf verschiedenen Baumarten. Die Kulturen stehen mitten im Wald auf gerodeten Lichtungen. Hohe Zäune schützen die Bäume vor dem Wild.

Das Geschäft braucht einen langen Atem. Bis zu acht Jahre dauert es nämlich, bis ein neu gepflanzter Christbaum gefällt werden kann. Für Stadtförster Toni Jäger eine kurze Zeitspanne:

Im Wald sind Christbäume die einzigen Bäume, die man selber pflanzen und ernten kann.

Alle anderen selber gepflanzten Bäume könne erst die nächste oder übernächste Generation ernten.

Heute finanzieren sich die Bäume selber. Chur verdiene damit pro Jahr einige tausend Franken, sagt Stadtförster Toni Jäger. Gleichzeitig sei es eine Abwechslung fürs Team und ermögliche es, auch ältere Mitarbeiter im Wald zu beschäftigen.

Schweizweit werden rund eine Million Christbäume jedes Jahr verkauft. Die Mehrheit stammt aus dem Ausland, grösstenteils aus Dänemark. Dort werden sie auf grossen Flächen angepflanzt und ab Oktober gefällt. Frisch bleiben die Bäume, weil sie bis Weihnachten in Kühlräumen gelagert werden.

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