Tag des Wassers Das grosse Fragezeichen hinter dem Trinkwasser

Wie lange fliesst das Wasser in Graubünden noch so reichlich wie heute? Eine Frage, auf die der Kanton noch keine Antwort hat. Dies will er nun ändern. Trinkwasser-Reserven in Graubünden - ein Thema, das bewegt.

  • Die Bündner Regierung hat beschlossen, dass die Gemeinden einen Bericht über die eigene Trinkwasserversorgung erstellen.
  • So soll klar werden, welche Gemeinden von wie vielen Quellen versorgt werden.
  • Das kantonale Amt für Natur und Umwelt erhofft sich dadurch einen Eindruck darüber zu gewinnen, wo das Trinkwasser aufgrund eines Erdrutsches oder der Klimaveränderung plötzlich knapp werden könnte.
  • Um im Notfall zu reagieren, hat der Kanton aufgerüstet. Grosse Tanks und Schläuche sollen im Notfall die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen.

Yves Quirin vom Amt für Natur und Umwelt betont, wie plötzlich die Wasserversorgung ausfallen könnte: «Wenn eine Gemeinde von einer Quelle versorgt wird, die in einer Gefahrenzone liegt, reicht ein Erdrutsch aus und die Trinkwasserversorgung wäre unterbrochen.» Dank dem Bericht soll klar werden, wo so etwas geschehen könnte.

«  Wir werden voraussichtlich mit Trockenheiten konfrontiert und müssen schauen, wie wir die Versorgung in solchen Fällen sicherstellen können. »

Yves Quirin
Abteilungsleiter Grund- und Siedlungswasser, Kanton Graubünden

Eine weitere Gefahr sei der Klimawandel: «In Zukunft dürften vor allem die Sommer trockener werden. In diesem Fall könnte das Trinkwasser da und dort schon mal knapp werden.»

Tag des Wassers mit Ernst Bromeis

Der Tag des Wassers, der am heutigen Mittwoch begangen wird, beschäftigt auch Ernst Bromeis. Der Extremschwimmer und Wasserbotschafter versucht immer wieder, auf Probleme rund um das Wasser aufmerksam zu machen.

«Wenn ich "Wasser" höre, dann bin ich vor allem dankbar», so Bromeis. Dankbar sei er, dass er an der Quelle lebe, dass er «einfach den Hahn aufdrehen kann und schon ist das Wasser da».

«  Auch wir müssen uns Fragen, wie lange das Wasser noch reicht. »

Ernst Bromeis
Extremschwimmer und Wasserbotschafter

Die Klimaveränderung beschäftigt ihn aber auch: «Mitten in einem von Wasser gesegneten Gebiet fangen wir plötzlich an uns zu fragen, wie lange wir noch ständig genügend Wasser haben.» Das Thema Wasser sei jetzt auch im Kanton Graubünden angekommen.

Der Weltwassertag

Der Weltwassertag wird seit 1993 jedes Jahr am 22. März begangen. An
diesem Tag soll auf kritische Themen rund ums Wasser aufmerksam gemacht
werden, von Wasserknappheit über Verschmutzung bis hin zur nachhaltigen
Entwicklung. Ins Leben gerufen wurde der Tag von der
UN-Generalversammlung.