Wildtier-Fütterungen Das Verbot scheint sich zu bewähren

Seit vergangenem September dürfen an der Grenze zu Österreich keine Rehe, Hirsche, Gämsen oder Steinböcke mehr gefüttert werden. Eine Nagelprobe für das anstehende kantonale Verbot.

Ein Hirschstier und zwei Hirschkühe in einer winterlichen Landschaft.

Bildlegende: Hirsche brauchen im Winter kein zusätzliches Futter. Sie sind dafür gemacht, auch strenge Winter überleben zu können. Keystone

Um zu verhindern, dass Hirsche aus dem Vorarlberg im Winter in die Schweiz wandern und dort Nutzvieh mit Tuberkulose anstecken, hat der Kanton im vergangenen Jahr ein Fütterungsverbot für Wildtiere erlassen. Die Krankheit ist im Vorarlberg bereits seit Jahren ein Problem.

Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit des Kantons Graubünden hatte die Aufgabe, zu kontrollieren, ob das Verbot eingehalten wird. Verboten waren nicht nur gezielte Fütterungen, sondern auch unbeabsichtigte. So mussten Landwirte etwa Siloballen auf den Weiden einzäunen. Sie sind eine beliebte Futterquelle bei den Hirschen.

Verbot wird grösstenteils eingehalten

Kantonstierarzt Rolf Hanimann zieht nun ein positives Fazit: «Zum allergrössten Teil wurde das Verbot eingehalten.» Nur in zwei Fällen habe man einschreiten und den Verantwortlichen ein Ultimatum setzen müssen.

Ab kommendem Winter wird das Verbot auf den ganzen Kanton ausgeweitet. Allerdings nicht wegen der Tuberkulose, sondern weil Fütterungen den Tieren grundsätzlich schaden. Werden sie gefüttert, senken sie den Energieverbrauch im Winter nämlich nicht, was tödlich enden kann.