Davos hilft: «Es ist eine Herzensangelegenheit»

Am Anfang stand eine Kontroverse. Bürgerliche Kreise protestierten 2009 gegen die Pläne der Bündner Regierung, in Davos ein Transitzentrum zu eröffnen. Sie warnten vor Arbeitslosen in einem «touristisch sensiblen Raum». Aus einer Solidaritätsaktion dagegen entstand die IG offenes Davos.

Jürg Grassl engagiert sich im Vorstand der Interessensgemeinschaft offenes Davos. An diesem Nachmittag sitzt er im Computerraum und hilft Ali Faez eine Wohnung zu finden. Der 40-jährige Arzt kann in der Schweiz bleiben.

Unterstützung bei der Wohnungssuche ist eines der Angebote der Davoser Hilfsorganisation. «Viel Zeit, viel zu viel» brauche er für sein Engagement, sagt Jürg Grassl mit einem Lachen. Doch es sei für ihn ein wichtiges Anliegen, eine eigentliche Herzensangelegenheit.

Über 1200 Beratungen

Herzstück ist die Beratungsstelle, die seit sieben Jahren von Doris Schweighauser geführt wird. Die Unterstützung bei asylrechtlichen Fragen, aber auch bei Bewerbungen oder Behördengesprächen ist beliebt. Laut Jahresbericht führte die Beratungsstelle 2015 über 1200 Beratungen durch.

Rund 60 Freiwillige engagieren sich aktiv für die Integration der Flüchtlinge. So findet viermal pro Jahr ein Sonntagstisch für über 200 Personen statt, zweimal wöchentlich Konversationstrainings, Sport aber auch Einzelanlässe wie ein Schlittelplausch oder Schlittschuhlaufen mit dem HCD. Weiter existiert ein 1:1 Coachingprogramm. Die Migranten schätzen die Unterstützung, wie Rückmeldungen gegenüber Radio SRF zeigen.

67'000 Franken

Die IG offenes Davos finanziert sich laut eigenen Angaben über Spenden von Privaten und Organisationen. Das Budget betrug im letzten Jahr 67'000 Franken.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs