Der Kosmos und der Mensch in Holz geschnitzt

Das Bündner Kunstmuseum bleibt bis 2016 geschlossen. In der Zwischenzeit finden «Gastspiele» statt. Mit dem Gastspiel von Michael Pankoks in der Klinik Waldhaus in Chur wird Pankoks Werkschaffen zum ersten Mal umfänglich am Ort seiner Entstehung gezeigt. Werke, die auch seine inneren Stimmen zeigen.

Michael Pankoks (1894–1983) lebte von 1951 bis zu seinem Tod 1983 in der Klinik Waldhaus in Chur. Pankoks stammte ursprünglich aus Lettland, wo er auch bis zu seiner Flucht vor den sowjetischen Truppen 1944 als künstlerischer Autodidakt bekannt war.

Bis zu diesem Zeitpunkt entstanden mehrere hundert Arbeiten, meist Gemälde, Holz- und Steinskulpturen, mit denen er in zahlreichen Ausstellungen auf sich aufmerksam machte. Auf seiner sechsjährigen Flucht verbrachte Pankoks seine Zeit mehrheitlich in deutschen und österreichischen Lagern.

Zweite Heimat in Chur

Im Frühling 1951 passierte der Lette die österreichisch-schweizerische Grenze in Buchs, wo er durch die Europahilfe an die Churer Klinik überwiesen wurde. Hier wandte sich der an Schizophrenie erkrankte Pankoks erst wieder ab 1960 seiner ehemaligen künstlerischen Tätigkeit zu.

Er begann aus Holz diverse Objekte zu schnitzen. Dabei entstand ein bildhauerisches Werk, meist in Serien, die Themen wie Kosmos, Visionen, Menschen oder Tiere umfasst.

Art Brut:

Es ist ein Begriff für die Kunst von Laien, Kindern und Menschen mit einer geistigen Behinderung. Art Brut ist eine Art Kunst, die sich nicht an etablierte Kunstformen hält. Ein Merkmal von Art Brut ist auch, dass die Kunstwerke aus Alltagsgegenständen gemacht werden wie Abfall, Scherben oder Muscheln.