Der Mann, der die Klinik vor dem Aus bewahrte

Die Hochgebirgsklinik Davos kann nach dem Konkurs weiterbestehen. Schon im 20 Jahrhundert hat die Hochgebirgsklinik das Kliniksterben überlebt. Das ist auch einem ehemaligen Chef zu verdanken.

Tausende Tuberkulosekranke zogen nach Davos um sich in den zahlreichen Sanatorien behandeln zu lassen. Prominente Patientin war auch Katja Mann, die Frau des deutschen Schriftstellers Thomas Mann. Dieser war so fasziniert von Davos, dass er dem Kurort mit seinem Roman «Der Zauberberg» ein Denkmal setzte.

Einer, der wiederum fasziniert ist von Manns «Zauberberg», ist Christian Virchow. Der deutsche Mediziner kam 1959 nach Davos und wollte eigentlich nicht lange bleiben. Doch er blieb.

Neues Konzept zum Erfolg

27 Jahre lang leitete er die Hochgebirgsklinik in Davos Wolfgang und führt eine entscheidende Reorganisation durch: Als neue Medikamente gegen Tuberkulose auf den Markt kamen und die Tuberkulosepatienten ausblieben, richtete Virchow die Klinik auf Allergiker und Asthmatiker aus.

Neue Diagnose für Katja Mann

Heute ist Virchow 88 Jahre alt und lebt in Davos Wiesen. Er besitzt noch immer ein kleines Röntgenbild von Thomas Manns Frau Katja. Dieses liess sie ihm zu Lebzeiten zukommen. Doch auf dem Bild könne er keine pathologischen Anzeichen einer Tuberkulose erkennen, sagt Virchow.

Dies liess er auch Katja Mann wissen, lange nach ihrem Klinikaufenthalt in Davos. Seither erzählt man sich scherzhaft, Virchow habe entdeckt, dass der «Zauberberg» einer Fehldiagnose zu verdanken sei.