Klinik Gut Fläsch Deutsche Internetspezialisten finden Sicherheitslücke

Ende Dezember haben zwei Internetspezialisten eine Sicherheitslücke bei der Klinik Gut in Fläsch entdeckt. Wie gross diese Lücke tatsächlich war, darüber sind sich die Beteiligten nicht einig.

Klinik Gut

Bildlegende: Die Klinik Gut in Fläsch ist seit Anfang 2017 offen. Keystone

  • Zwei Internetspezialisten aus Deutschland hatten Ende Dezember Zugriff auf die Haustechnik der Klinik Gut in Fläsch. Dies berichtete das deutsche Internetportal golem.de.
  • Wie Tim Philipp Schäfers, einer der beiden Internetspezialisten, gegenüber der Sendung «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF sagt, hätten sie so aus der Ferne an einem bestimmten Tag in der Zukunft beispielsweise alle Lichter in der Klinik ausschalten können.
  • Christian Gartmann, Mediensprecher der Klinik Gut, sagt, man habe die Steuerung nur anschauen, nicht aber steuern können.
  • Aussage gegen Aussage steht auch im Bezug auf die Dauer der Sicherheitslücke. Die Klinik spricht von einer halben Stunde, die beiden Deutschen von 1,5 Tagen.
  • Inzwischen ist die Lücke aber geschlossen, Patientendaten waren nie gefährdet. Darüber sind sich alle einig.

Kantonsspital Graubünden setzt auf Schutz rund um die Uhr

Der Schutz der eigenen Systeme ist zentral für die Sicherheit in einem Spital. Das Kantonsspital Graubünden beispielsweise überprüft regelmässig, ob es genügend gegen Hacker geschützt ist. Bereichsleiter Bernd Classen erklärt: «Wir beauftragen immer wieder externe Spezialisten die versuchen sollen, sich in unser System zu hacken. Bislang ist das noch niemandem gelungen.»

Classen sagt aber auch, er würde nie einen Zugang offen lassen. Auch nicht für eine halbe Stunde: «Wenn man das macht ist es ja klar, dass da jemand reinkommen kann.»

White Hat Hacker

Die beiden Internetspezialisten bezeichnen sich als White Hat
Hacker. Das heisst, sie machen bewusst auf Sicherheitslücken
aufmerksam, ohne etwas manipulieren oder das System angreifen zu wollen.