Die Lehren aus «Vivian»

25 Jahre nach dem Sturm «Vivian» haben Forscher die Sturmflächen bei Curaglia im Val Medel und bei Pfäfers im Sarganserland untersucht. Resultat: Auf den Sturmflächen, wo die Bäume nach dem Sturm belassen wurden, ist der Jungwald schneller nachgewachsen als auf den geräumten Flächen.

Der Sturm «Vivian» hat im Februar 1990 den ganzen Schutzwald oberhalb von Curaglia weggefegt.

Bildlegende: Der Sturm «Vivian» hat im Februar 1990 den ganzen Schutzwald oberhalb von Curaglia weggefegt. Corsin Flepp/Waldwissen

Der Sturm «Vivian» hat in den Ostschweizer Wäldern grossen Schaden angerichtet. Nach dem Sturm standen die Forstbiologen vor einer grosse Frage: Sind die Wachstumsbedingungen für einen Jungwald besser, wenn das Totholz geräumt wird oder sollen die umgefallenen Bäume einfach liegen gelassen werden.

Nicht geräumte Flächen sind besser für den Jungwald

Nun haben Wissenschaftler der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft 25 Jahre nach «Vivian» verschiedene Versuchsflächen untersucht. Resultat: «Auf weniger steilen Hängen kann die Option Räumen und Bepflanzen zum Erfolg führen», heisst es in der «Schweizerischen Zeitschrift für das Forstwesen». Und weiter: «Nur auf einer von sechs Flächen, welche nach dem Sturm geräumt worden waren, entwickelte sich eine schutzwirksame Bestockung aus Naturverjüngung».

Untersucht wurden Flächen in Curaglia im Val Medel und bei Pfäfers im Sarganserland. Aus den Lehren aus «Vivian» sollen nun Empfehlungen abgeleited werden.