Zweitwohungsbesitzer Die «Milchkühe» für Graubünden

Zweitwohnungsbesitzer wollen nicht mehr länger nur «Milchkühe» für Graubünden sein: Sie wehren sich jetzt gemeinsam für mehr Mitspracherecht.

Symbolbild Zweitwohnungen

Bildlegende: Die Besitzer von Zweitwohnungen in Graubünden wollen mehr Mitspracherecht. Symbolbild Keystone

In Graubünden gibt es rund 80‘000 Zweitwohnungen. Davon sind rund 5000 Zweitwohnungsbesitzer in 13 regionalen Interessensgemeinschaften organisiert. Diese haben sich nun in Zürich erstmals getroffen und dabei beschlossen, gemeinsam für mehr Mitsprache und Anerkennung zu kämpfen. Ihr Sprecher Ignaz Derungs sagt im Regionaljournal: «Wir wollen uns in Graubünden nicht länger nur als Milchkühe behandeln lassen. Wir wollen in den Gemeinden spüren, dass wir auch willkommen sind.»

Immer höhere Taxen und Steuern

Die in den letzten Jahren stetig steigenden Taxen und Steuern hätten die Zweitwohnungsbesitzer erst so richtig auf diese Problematik aufmerksam gemacht. «Unsere Gelder werden meisten für den Tagestourismus investiert, wir Ferienhausbesitzer haben wenig davon», sagt Derungs. «Wegen dem fehlenden Öffentlichkeitsgesetz auf Gemeindeebene wissen wir vielfach gar nicht, was mit unseren Taxen und Steuern genau gemacht wird.»

Im Dialog

Die Zweitwohnungsbesitzer wollen nun in einem ersten Schritt das Gespräch mit der Regierung suchen. Diese soll darauf einwirken, dass die Gemeinden mit den Zweitwohnungsbesitzern fairer umgehen. Ziel sei, so Derungs, dass sie Mitsprache- und Mitbestimmungsrechte bekämen.

Klagen hängig

Im Kanton Graubünden sind derzeit beim Verwaltungsgericht zwei Klagen von Zweitwohnungsbesitzern hängig. Eine erste ist eine Sammelklage von rund 200 Ferienhausbesitzerin in Flims. Diese sind mit ihren hohen Steuern und Taxen, sowie deren nicht klarer Verwendung durch die Gemeinde nicht einverstanden. Eine weitere ähnliche Klage stammt von einer Privatperson. Dieser sei bereit, so wurde an der Versammlung in Zürich bekannt, die Klage je nach dem bis vor Bundesgericht zu ziehen.