Die Millionen, die Bürgermeisterin und der nackte Besitz

Ende Jahr gibt Ruth Bochsler ihren Job als Frau Bürgermeisterin der Stadt Chur auf. Sie leitet die Geschicke der Bürgergemeinde seit vier Jahren. In Ihrer Amtszeit musste sie auch über die neue Zusammenarbeit zwischen der politischen und der Bürgergemeinde verhandeln und dabei «Federn lassen».

Die Churer Bürgermeisterin Ruth Bochsler sitzt an einem Tisch im Studio Chur.

Bildlegende: Die Churer Bürgermeisterin Ruth Bochsler zu Besuch im Studio Chur. SRF

Noch vor 150 Jahren hatte die Churer Bürgergemeinde das Sagen in der Stadt. Und wer nicht Bürger war, der hatte nichts zu sagen – «Fremde Fötzel waren das», erzählte die Bürgermeisterin im Gespräch mit dem Regionaljournal Graubünden.

Heute allerdings präsentiert sich die Situation ganz anders. Die Bürgergemeinde hat nichts mehr zu sagen. Ihre Aufgaben habe grösstenteils die politische Gemeinde übernommen. Ein Teilungsprozess, bei dem die Bürgergemeinde laut ihrer Präsidentin auch Federn lassen musste.

«  Wir sind ein Relikt aus der Feudalherrschaft. »

Ruth Bochsler
Bürgermeisterin der Stadt Chur

Heute ist die Bürgergemeinde vor allem noch «Besitzerin» von Land und Liegenschaften und setzt dabei rund 20 Millionen Franken jährlich um. Die Einnahmen davon allerdings verwaltet die politische Gemeinde.

Als wichtigste und «schönste» Aufgabe kann die Bürgergemeinde über Einbürgerungen entscheiden. Sie hat heute gegen 5000 Mitglieder.

Regionaljournal Graubünden 17.30 Uhr