Eine Abstimmung, die dem Kanton missfällt

Der Kanton schaut mit Argusaugen ins Lugnez. Grund: In einer Abstimmung soll der Fusionsvertrag nach nur vier Jahren geändert werden.

Das Dorf Lugnez von weitem, im Hintergrund verschneite Berge.

Bildlegende: Lugnez bei Vella in der Gemeinde Lumnezia. Adrian Michael

Fünf statt neun Gemeinderäte: Die Gemeinde Lumnezia stimmt über die Verkleinerung ihrer Exekutive Ende Oktober ab. An und für sich kein Aufreger. Nur: erst vor vier Jahren entstand die Gemeinde aus der Fusion von acht Gemeinden. Und im Fusionvertrag steht explizit, dass jede Gemeinde einen Vertreter im neuen Gemeinderat der fusionierten Gemeinde stellen darf.

Kanton ist skeptisch

Der Kanton steht deshalb dieser Gemeindeabstimmung skeptisch gegenüber. Er sieht es nicht gerne, wenn die Gemeinde so kurz nach der Fusion bereits wieder Festgeschriebenes umstösst. Dies schreibt er auch in einem Brief an die Gemeinde.

Die Gemeinde hingegen findet, dass es schwierig sei aus jedem Ort jeweils einen Gemeindevorstand zu finden. Dazu käme dass es nicht genügend Ressorts für neun Gemeinderäte gebe. Deshalb müsse die Anzahl reduziert werden.

Ende Februar wird jetzt abgestimmt. Das letzte Wort dazu aber hat die Regierung. Sie müsste nämlich bei einem JA zur Reduktion der Anzahl der Gemeinderäte dies auch noch genehmigen. Schon jetzt meldet die Regierung Bedenken an. Sagt die Regierung Nein, könnte die Abstimmung zu einem Fall für die Juristen werden.