«Eines der schwierigsten Rebjahre in Graubünden»

Mieses Wetter, Probleme mit der Kirschessigfliege und Insektizideinsätze: Das Rebjahr 2014 war eine Herausforderung für die Bündner Winzer. Trotzdem rechnet Rebbaukommissär Hans Jüstrich mit einem guten Jahrgang.

Frau erntet Trauben

Bildlegende: Die Kirschessigfliege und das schlechte Wetter haben den Winzern das Leben schwer gemacht. Keystone

Hans Jüstrich ist seit 30 Jahren Rebbaukommissär des Kantons Graubünden. Dieses Jahr war auch für ihn aussergewöhnlich: «Es war eines der schwierigsten Jahre, das ich je erlebt habe in meinem Job», sagt Jüstrich. Die Witterung sei nicht ideal gewesen und vor allem die Kirschessigfliege habe Probleme gebracht.

Der Schädling ist im grossen Stil in der Bündner Herrschaft aufgetaucht. Unter den Winzern ging die Angst vor grossen Ertragsausfällen um. Um der Kirschessigfliege Herr zu werden wurden auch Insektizide eingesetzt. Eine umstrittene Massnahme, einige der Mittel sind als Bienengift bekannt.

Insektizide wirksam oder nicht?

Zwar sei es noch zu früh die Wirksamkeit der Mittel abschliessend zu beurteilen, sagt Hans Jüstrich. Aber bei den Tests am landwirtschaftlichen Zentrum Plantahof, habe man keine Wirksamkeit nachweisen können. «Von Winzern haben wir geteiltes Feedback erhalten», bilanziert Jüstrich.

Um sicher zu gehen, müsse man aber auch noch die Resultate anderer Versuche abwarten. Deshalb sei es auch noch zu früh, über eine Strategie im Umgang mit der Kirschessigfliege fürs nächste Jahr zu reden.

Überraschend guter Jahrgang

Die Qualität der Trauben sei trotz der widrigen Umstände gut, gibt der Rebbaukommissär zu bedenken. «Für mich ist das ein Rätsel.»

Wahrscheinlich zeige sich hier, wer gut und sauber gearbeitet habe. Der könne nun auch mit guten Früchten aufwarten.