Ems-Chemie trotzt der Frankenstärke

Der Chemiekonzern Ems mit Sitz in Domat/Ems trotzt dem starken Schweizer Franken. Im vergangenen Geschäftsjahr nahm der Gewinn des Unternehmens im Jahresvergleich um fast 10 Prozent zu. Das Ergebnis wuchs, weil Ems mehr Produkte verkaufte und effizienter arbeitete.

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Ems-Chemie mit guten Zahlen

1:11 min, aus Tagesschau am Mittag vom 5.2.2016

Die Ems-Chemie ist trotz schwierigerem Umfeld weiterhin auf Erfolgskurs: Der Gewinn für 2015 belief sich auf 383 Millionen Franken, wie CEO Magdalena Martullo-Blocher mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 349 Millionen Franken gewesen. Beim Betriebsergebnis auf Stufe EBIT meldete Ems gar einen Rekord. Die Aktionäre sollen folglich in den Genuss einer Ausschüttung von total 13.50 Franken pro Aktie kommen.

Erfolgreiche «Wachstumsoffensive»

Den guten Abschluss führt das in Domat/Ems (GR) ansässige Unternehmen auf die höhere Verkaufsmenge zurück. Die «Wachstumsoffensive» sei erfolgreich, hiess es im Communiqué. Der Absatz von besonders profitablen Spezialitäten sei zudem überdurchschnittlich gewachsen. Die Hochleistungspolymere, die vor allem in der Automobilindustrie Verwendung finden, bestreiten inzwischen rund 90% des Umsatzes und des Betriebsgewinns.

Neugeschäfte habe man jedoch nicht nur bei der Automobilindustrie gewonnen, den Hauptkunden von Ems, betonte Martullo. Sie erwähnte neben neuen Teilen für Autos etwa Tragstrukturen für Drohnen, Steuerungseinheiten für die «Industrie 4.0» oder Gehäuse für GPS-Sender an Frachtcontainern, wo nun auch Ems-Materialien eingesetzt würden.

Mehr Absatz, weniger Kosten

Insgesamt habe Ems die Verkaufsmengen im vergangenen Jahr um 7 Prozent erhöht, erklärte die Firmenchefin. Man habe jedoch rohstoffbedingte Preisabschläge gewähren müssen. Aber nicht vollumfänglich, wovon die Marge ebenfalls profitierte.
Martullo illustrierte dies mit der sogenannten «EBIT-Brücke»: Während Preisnachlässe den Betriebsgewinn gegenüber 2014 um 65 Millionen Franken minderten, erhöhten ihn tiefere Rohstoffkosten um 85 Mllionen. Negativ zu Buche schlugen auch Währungseffekte, die den Betriebsgewinn um 48 Millionen drückten.

Die höheren Absatzmengen (+57 Millionen Franken) und Kosteneinsparungen (+17 Millionen) hievten die EBIT-Marge schliesslich auf hohe 24,6%. Das sind 3,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Andere Autozulieferer arbeiten zum Vergleich mit einer Marge im Bereich von 7-8%.

Starker Franken hat Auswirkungen auf Umsatz

Während der Absatz weltweit um 7 Prozent stieg, ging der Umsatz in Schweizer Franken aber dennoch zurück. Mit 1,9 Milliarden Franken fiel der Nettoumsatz um 3,4 Prozent tiefer aus als vor einem Jahr. Schuld daran ist die Umrechnung in den starken Franken. In lokalen Währungen wäre der Umsatz um 3,7 Prozent gewachsen.

Für das kommende Jahr erwartet Ems-Chemie Umsatz und Betriebsergebnis «leicht über Vorjahr». Im Vordergrund stünden die Erschliessung der globalen Märkte mit neuen Produkten und Anwendungen sowie der Ausbau der Marktposition. Allfälligen Instabilitäten der Weltkonjunktur will Ems mit Flexibilität begegnen.