Expo Milano: Durchzogene Reaktionen der Bündner Grossräte

An ihrem Behördentag hat das Bündner Parlament am Mittwoch die Expo in Milano besucht. Der Schweizer Pavillon und der Auftritt des eigenen Kantons sorgten für unterschiedliche Reaktionen. Begeisterung tönt anders.

Die Bündner Grossräte versicherten zu Beginn des Rundgangs, es sei kein Pflichtbesuch, man freue sich auf den Schweizer Pavillon sowie die Ausstellung der Gotthardkantone. In Gruppen besuchten die Politiker und Politikerinnen zuerst die Türme, die mit Wasser, Kaffee, Salz und Apfelringen gefüllt sind. Die Idee der Installation: Wenn alle hamstern, reicht es nicht für alle.

Ein Konzept, dass bei BDP-Politiker Heinz Dudli Kopfschütteln auslöste. An der Expo Milano stünden die Länder im Wettbewerb, leere Regale würden die Schweiz in ein schlechtes Licht rücken. Vom Konzept hingegen fasziniert war SP-Politikerin Erika Cahenzli. Wenn die Endlichkeit der Ressourcen aufgezeigt werde, könne besser über die Verteilung von Lebensmitteln diskutiert werden.

«Erinnert mich an das Verkehrsmuseum»

Im Untergeschoss präsentieren sich die Gotthardkantone Graubünden, Uri, Wallis und Tessin als Wasserschloss Europas. Über ein Granitmodell der Region fliesst dort Wasser in die Miniatureflüsse wie zum Beispiel den Rhein. Vom Bündner Auftritt erhofft sich CVP-Grossrätin Elita Florin-Caluori bessere Wirtschaftsbeziehungen mit Italien.

Kritisch äusserte sich Ueli Bleiker (BDP): «Wegen des Reliefs dürfte kaum ein Tourist mehr nach Graubünden kommen». Das Relief sei zu realistisch – vielleicht sei dies aber auch richtig, weil es sich um eine Weltausstellung und nicht um eine Werbeausstellung handle.

Positiv äusserte sich Markus Clavadetscher von der FDP. Die Weltausstellung sei eine Chance für die Bündner, einmal nach Milano zu reisen «und so einen weiten Blick in die Welt zu werfen».

SRF1, Regionaljournal Graubünden 17:30 Uhr; habs