Fall Carna Grischa: Lebensmittelexperten müssen nachsitzen

Das Bündner Lebensmittelinspektorat untersucht die möglichen Falschdeklarationen bei der Firma Carna Grischa. Die erste Erkenntnis ist überraschend: Ähnliche Fälle sind auch bei anderen Unternehmen möglich. Deshalb soll eine neues System eingeführt werden.

Lieferbus von Carna Grischa.

Bildlegende: Die Bünder Fleischhandelsfirma soll ihre Ware zum Teil falsch deklariert haben. Keystone

Vor rund zwei Monaten war der Schweizer Fleischskandal perfekt und der Aufschrei gross: Die Bündner Fleischhandelsfirma Carna Grischa soll Fleisch falsch deklariert haben. Zum Beispiel Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft haben, oder Gefrorenes als frisches Fleisch.

Noch immer untersucht die Staatsanwaltschaft den Fall, was wirklich in der Firma vorfiel und was nicht.

Neues System soll bessere Kontrollen ermöglichen

Für das Bündner Lebensmittelinspektorat hat dieser Fall aber bereits heute Konsequenzen. Auf Anfrage vom «Regionaljournal Graubünden» bestätigt Kantonschemiker Matthias Beckmann, dass das Amt bei der Kontrolle überfordert war. Hauptgrund: Die fleischverarbeitende Branche dokumentiert ihre Prozesse zu wenig genau. Das soll sich nun ändern: In Zusammenarbeit mit anderen Kantonen und mit Carna Grischa soll ein neues System entwickelt werden. Dies wird auch für andere Firmen Folge haben.

Bessere Ausbildung

Aber auch amtsintern zeigt der Fall Folgen: Die Lebensmittelinspektoren sollen besser ausgebildet werden. Noch dieses Jahr sind solche Kurse angesagt. Graubünden arbeitet hier und auch bei der Erarbeitung eines neuen Kontrollsystems mit anderen Kantonen zusammen.