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Fauna in Bündner Gewässern Vom Aal bis zum Edelkrebs - ein Überblick in Buchform

Bachforelle
Legende: Eine etwa zweijährige Bachforelle beim Abfischen im Prättigau. Keystone

Der Fischereibiologe Marcel Michel legt ein umfassendes Werk über Fische und Krebse in Graubünden vor.

SRF News: Marcel Michel, wie sind sie auf die Idee für das Buch gekommen?

Marcel Michel: Wir beim Amt für Jagd und Fischerei sahen, dass die 20-jährigen Verbreitungskarten der Fischarten in Graubünden aktualisiert werden müssen. Im Zuge dieser Arbeit ist die Idee gewachsen, noch mehr Informationen zu sammeln, die rund um die Gewässer interessant wären. 1898 ist das letzte grössere Werk dazu erschienen. Deshalb haben wir uns gedacht, es wäre den Aufwand wert, unsere Recherchen in Form eines Buches zu veröffentlichen.

Sind sie bei der Recherche auf Überraschendes gestossen?

Ja, das bin ich. Vor allem wenn es darum geht, wo gewisse Fische vorkommen und wo nicht. Wir haben hier neue Erkenntnisse gewonnen. Beispielsweise haben wir herausgefunden, dass wir zwei Elritzen Arten haben im Kanton.

Denkt der Laie an die Bündner Fischwelt, kommt ihm vielleicht die Bachforelle in den Sinn. Sie schreiben über die Bachforelle, sie sei die Königin der Bündner Gewässer, warum?

Wir sind als Gebirgskanton per se in der Forellenregion. Wir haben vor allem steile, kalte, schnell fliessende Gewässer. Hier ist die Bachforelle die am besten angepasste Art. Die Bachforelle ist omnipräsent. Wir finden sie von der Kantonsgrenze bis auf 2500 Meter über Meer. Dadurch ist sie für mich persönlich das Wappentier von Graubünden, wenn man unter Wasser schaut. Deshalb verdient sie im Buch auch ein spezielles Kapitel.

Sie schreiben von 31 Fischarten, die es im Kanton gibt, die Vielfalt scheint gross.

Die Vielfalt war ursprünglich gross. Man muss aber unterscheiden zwischen der Vielfalt vor rund 100 Jahren und heute. Wir haben aktuell nicht viel weniger Fischarten, aber wir haben mehr fremde Fischarten, die mittlerweile bei uns zu finden sind. Ich denke da an die Regenbogenforelle oder auch den Namaycush. Von den ursprünglichen Arten sind aber doch sehr viele verschwunden, insbesondere im Alpenrhein.

Warum?

Ein Grund liegt in der Umgestaltung unserer Fliessgewässer. Das Kanalisieren der Lebensräume hat dazu geführt, dass verschiedene Fischarten ihren Lebensraum verloren haben. Ein weiterer Grund ist die Wasserkraft. Hier ist das Thema Restwasser oder auch die Thematik von Schwall und Sunk zu nennen. Dies hat dazu beigetragen, dass Fischbestände gesunken sind.

Das Gespräch führte Silvio Liechti