Flop-Gefahr bei der Versteigerung des Fürstentums Belfort

Am Wochenende wurde das Hotel Belfort im Bündnerischen Alvaneu versteigert. Für 10'010 Franken ersteigerte ein Unbekannter die Rechte für Kaufverhandlungen. Wegen einer Sicherheitslücke bei der Internet-Plattform «Ricardo» ist die Identität des Bieters unbekannt und bleibt es möglicherweise auch.

Tafel Belfort

Bildlegende: Das Fürstentum wurde 2007 gegründet. SRF

Das Fürstentum Belfort war einmal ein Werbegag des Dorfs Alvaneu im Albulatal. Es gab einen Fürsten, darüber wurde geschrieben, die Region erhielt Aufmerksamkeit.

Inzwischen beschränkt sich das Fürstentum nur noch auf das Hotel Belfort in Alvaneu. Am Wochenende wurde ein «exklusives Verhandlungsrecht auf das Fürstentum Belfort» versteigert.

Problem Spass-Name

Das höchste Gebot für 10'010 Franken gab der User «1,2...3 meins» ab. Nach dem Ende der Auktion erhielten Käufer und Verkäufer wie üblich bei der Internetplattform «Ricardo» die Kontaktdaten der Gegenseite.

Doch auf die Anrufe und Mails des Fürstentums Belfort hat sich bisher niemand gemeldet. Ob es die Person überhaupt gibt, daran zweifelt Thomas Kollegger, früherer Gemeindepräsident von Alvaneu, heute beim Amt für Gemeinden und umtriebiger Mann hinter dem Fürstentum.

Auch bei «Ricardo» versucht man noch herauszufinden, wer der Bieter war. Laut Sprecher Simon Marquard überprüft das Unternehmen die Identität ihrer Kunden mittels eines Aktivierungscodes, der per Post zugestellt wird.

Werbeflop für «Ricardo»

Der fragliche Bieter «1,2...3meins» hatte diesen aber noch nicht eingegeben. «Ricardo» ermöglicht dann trotzdem, insgesamt drei Gegenstände zu kaufen. Dies sei eine Sicherheitslücke, gibt Marquard zu, daran ändern wolle man für den Moment aber nichts.

Für die Internet-Auktionsplattform ist das schlechte Werbung, und dies ausgerechnet bei einem Prestige-Projekt. Zum ersten Mal überhaupt wurde eine Versteigerung im Zusammenhang mit einer Immobilie durchgeführt.

Ingesamt 13 Personen hatten mitgeboten. Für das Fürstentum Belfort bleibt die Hoffnung, dass sich einer der anderen zwölf Interessenten für das Angebot interessiert.