Flughafen Samedan ist beliebt für Schmuggel

Über die Festtage haben die Zöllner am Flugplatz Samedan besonders viele Kontrollen gemacht. Geschmuggelt werden vor allem kostbare Güter. Ein Zaun soll den Flugplatz weniger attraktiv machen für Schmuggler.

Der Flughafen Samedan ist wie die meisten Privatflughäfen kaum gesichert. Deshalb gilt er als gutes Pflaster für Schmuggler. Dies haben auch Kontrollen über die Feiertage gezeigt. Die Grenzwächter haben unter anderem Kaviar und 20 Schals aus Wolle der Tibet-Antilope konfisziert. Für die Herstellung der Luxusschals werden die geschützten Tiere gejagt und getötet.

Grosse Fälle von Schmuggel in Samedan

Manchmal aus Unwissen, oft vorsätzlich werde geschmuggelt, heisst es bei der Grenzwachtregion III. Genaue Zahlen über die aufgedeckten Fälle in Samedan habe man nicht. Auch über die einzelnen Fälle könne man wegen laufenden Ermittlungen, nicht informieren, sagt der Informationsbeauftragte Andrea Schmid. Im Gespräch mit dem Regionaljournal Graubünden von Radio SRF lässt er aber durchblicken, dass es am Flughafen Samedan auch um grosse Fälle geht. Andrea Schmid sagt: «Es geht um Kunsthandel, und da ist schnell einmal viel Geld im Spiel».

Zaun soll mehr Sicherheit bringen am Flughafen Samedan

Fachleute in der ganzen Schweiz betonen immer wieder, dass der Privatflugverkehr europaweit ein nahezu unkontrollierbarer Bereich sei. Um das Problem in Samedan in den Griff zu bekommen, fordert die Eidgenössische Zollverwaltung eine Zaun um das Flughafengelände. Aktuell wird das Thema in der Flughafen-Kommission für den Kreis Oberengadin behandelt. Als Vertreter des Kantons sitzt CVP-Politiker Marcus Caduff in dieser Kommission. Er sagt gegenüber Radio SRF, man arbeite an einem Projekt. Ein solcher Zaun werde mindestens 2 Millionen kosten. Bis die Vorarbeiten und das Bewilligungsverfahren durch sei, würden sicher noch zwei Jahre vergehen.