Für die privaten Mittelschulen gilt es ernst

Der Grosse Rat behandelt am Dienstag das Gesetz über die Mittelschulen im Kanton Graubünden. Die privaten Schulen sollen mehr Geld vom Kanton bekommen. Sie sind mit dem Vorschlag der Regierung aber noch nicht zufrieden.

In Graubünden gibt es neben der Kantonsschule in Chur noch acht private Mittelschulen. Alle Schulen erhalten Beiträge des Kantons. Diese Beiträge werden pro beitragsberechtigtem Schüler und pro Jahr ausbezahlt. Sie sollen durch die Gesetzesänderung erhöht werden. Die Regierung rechnet mit jährlichen Mehrkosten von 3,5 Millionen Franken.

Private wollen mehr Geld

Die geplante Erhöhung reiche nicht, heisst es bei den Rektoren der privaten Mittelschulen. Der Regierung sei bei ihren Berechnungen ein Fehler unterlaufen. Dieses Argument überzeugte die zuständige Kommission des Grossen Rates. Sie wird das Anliegen im Rat einbringen. Gut möglich also, dass der Beitrag für die privaten Mittelschulen noch höher angesetzt wird als von der Regierung vorgeschlagen.

Die Direktoren der privaten Schulen geben jedoch zu bedenken, dass die Schülerzahlen seit Jahren abnehmen. Der Gesamtbetrag der Beiträge sei deshalb nicht höher als vor ein paar Jahren, als die Anzahl Schüler noch höher war.

Ausserkantonale Schüler

Ein weiterer Vorschlag der Regierung sieht vor, dass Schüler aus einem anderen Kanton, die aber in Graubünden die Mittelschule besuchen, die gleichen Voraussetzungen erfüllen müssen, wie einheimische Schülerinnen und Schüler. Bis jetzt gab es verschiedene Modelle, beispielsweise, dass Schüler aus anderen Kantonen nach einer Eingewöhnungsphase ins Bündner Schulsystem eine Prüfung ablegen mussten.

Den Rektoren der privaten Schulen ist dieser Vorschlag ein Dorn im Aug. Sie sehen ihre Konkurrenzfähigkeit bedroht. Die privaten Schulen kämpfen mit niedrigen Schülerzahlen und auch Schulen in anderen Kantonen nehmen gerne ausserkantonale Schülerinnnen und Schüler auf.