Gewächshaus-Projekt des GEVAG stockt

Der Gemeindeverband für Abfallentsorgung in Graubünden (GEVAG) plant seit drei Jahren ein Gewächshaus sowie eine Fischzuchtanlage. Investoren seien vorhanden. Der GEVAG will künftig Tieftemperatur-Energie zur Beheizung der beiden Anlagen verkaufen.

Gewächshaus von oben

Bildlegende: Ein ähnliches Gewächshaus wie in Hinwil im Kanton Zürich steht, soll auch im Kanton Graubünden gebaut werden. zvg

Bereits seit drei Jahren sucht Hans Geisseler, Präsident des GEVAG nach einem Flecken Land in der Nähe der Abfallverbrennungsanlage. Für das geplante Gewächshaus bräuchte es vier Hektaren. Doch keiner der Bodenbesitzer wollte bisher ein Stück verpachten oder verkaufen, heisst es in der Mitteilung nach der Delegiertenversammlung vom Mittwoch.

Ein ähnliches Problem kennen auch andere Betriebe. Boden im Bündner Rheintal ist knapp, besonders grössere zusammenhängende Flächen fehlen. Abhilfe schaffen will die Politik mit einer Anpassung des Wirtschaftsentwicklungsgesetzes. Nächste Woche diskutiert das Parlament in einem ersten Schritt über eine Auslegeordnung zur Wirtschaftsförderung.

Kanton soll Land erwerben dürfen

Die Regierung schlägt vor, dass der Kanton das Recht erhalten soll, an strategisch wichtigen Standorten Flächen zu erwerben. Dazu zählen laut Sandra Felix vom Departement für Wirtschaft und Soziales das Churer Rheintal, das vordere Prättigau sowie das untere Misox.

Das Gewächshaus-Projekt der GEVAG könnte davon aber nicht profitieren, weil dabei nur Flächen in der Industrie- und Gewerbezone erworben würden. Man falle mit dem Projekt zwischen Stuhl und Bank, kommentiert Hans Geisseler, selber CVP-Grossrat. Er unterstütze aber die Stossrichtung des Kantons, da Industrie- und Gewerbebetriebe dadurch leichter zu Land kommen könnten.