GKB macht Rückstellungen wegen US-Steuerstreit

Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste belasteten die Erfolgsrechnung der Graubündner Kantonalbank (GKB) mit 9,2 Mio. Franken. Darin sind Rückstellungen für Verfahrenskosten und eine potenzielle Busse wegen des US-Steuerstreits enthalten.

Sitz der Graubündner Kantonalbank

Bildlegende: Die GKB meldet mehr Rückstellungen und weniger ausländische Kundengelder. Keystone

Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat 2013 trotz tieferen Zinsmargen und Rückstellungen für den US-Steuerstreit ihren Überschuss erhöht. Der Konzerngewinn nahm um 1,6 Prozent auf 161,3 Mio. Franken zu.

Erstmals 20-Milliarden-Grenze geknackt

Während der Erfolg aus dem Zinsengeschäft um 3,8 Prozent sank, legte das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 3,4 Prozent zu. Die Bilanzsumme überschritt erstmals die 20-Milliarden-Grenze, wie die GKB am Freitag mitteilte. Die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste belasteten die Erfolgsrechnung mit 9,2 (Vorjahr: 8,4) Mio. Franken. Darin sind Rückstellungen für Verfahrenskosten und eine potenzielle Busse wegen des US-Steuerstreits enthalten.

400'000 Franken Aufwand für Steuerstreit

Die GKB hat sich für die Kategorie 2 des Strafprogramms der USA angemeldet. Damit schliesst die Bank nicht aus, dass Kunden ihren Steuerpflichten nicht nachgekommen sind. Wie hoch die Rückstellungen für das US-Steuerprogramm sind, wollten die Bankchefs nicht sagen. CEO Alois Vinzens verriet an der Medienorientierung in Chur lediglich, dass sich der Aufwand im Steuerstreit im letzten Geschäftsjahr auf «knapp 400'000 Fr.» belief.

Neugeldzufluss gebremst

Stark gesunken ist das Nettoneugeld, und zwar um 38,7 Prozent auf knapp 362 Mio. Franken. Belastend wirkten Abflüsse von Kunden mit ausländischem Domizil. Wie Bankchef Vinzens erklärte, konzentriert sich die GKB bei den ausländischen Kunden inskünftig auf die Märkte Italien und Deutschland. Mit dem Geschäftsabschluss 2013 erhöhte sich das Eigenkapital der GKB auf 2,2 Mrd. Franken. Das Ergebnis des Stammhauses, das von grösseren Dividendenausschüttungen seiner beiden Privatbanken in Zürich profitierte, liegt bei 155 Mio. Franken.

Die Graubündner Kantonalbank geht davon aus, dass im laufenden Jahr die tiefen Geld- und Kapitalmarktzinsen den Ertrag nochmals belasten. Erwartet wird ein Bruttogewinn zwischen 200 und 210 Mio. Franken. Deutlich steigern will sich das Geldhaus beim Neugeldzufluss. 500 Mio. Fr. netto sollen hereingeholt werden.