«gloria.tv»: Bischof wartet auf Kirchgemeinde

Der Sedruner Pfarrer, der das katholisch-konservative Internetfernsehen «gloria.tv» mitgründete, muss sich der Kirchgemeinde stellen: Diese will heute entscheiden, ob sie ihren Pfarrer weiterhin beschäftigen will.

Screenshot «Gloria.tv»

Bildlegende: Das Internet-Fernsehen «Gloria.tv» gehört innerhalb der katholischen Kirche zum konservativen Flügel. SRF

Bereits gestern verlangte der Churer Bischof Vitus Huonder die Löschung aller mit seiner Person zusammenhängenden Beiträge auf dem Internetportal von «gloria.tv». Den Machern des Portals in Moldawien und der Schweiz liess der Oberhirte ein entsprechendes Schreiben zukommen. Das Bistum will jetzt aber abwarten, was die Kirchgemeinde entscheidet.

Zuvor hatte der Bischof den Priester Reto Nay aus Sedrun, der für den Schweizer Ableger verantwortlich ist, vergeblich gebeten, einen auf der englischsprachigen Seite von «gloria.tv» publizierten Bericht zu entfernen. Auf der Seite waren im Zusammenhang mit der Debatte um die «Pille danach» Bischöfe mit Hakenkreuzen zu sehen.

Der Wirbel um den Internet-TV-Sender beschäftigt inzwischen auch die Schweizerische Bischofskonferenz. Auf Anfrage sagt ihr Sprecher Walter Müller, dass man «gloria.tv» genauer beobachten werde und auch abkläre, welche rechtlichen Schritte überhaupt möglich wären.

Laut der Katholischen Internationalen Presseagentur hat sich auch die Deutsche Bischofskonferenz von «gloria.tv» distanziert. Die Konferenz will dafür sorgen, dass Inhalte von der kirchlichen Internetseite «kirche.tv» nicht mehr von «gloria.tv» verwendet werden.