Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden fehlt es an Klinikplätzen

Im Kanton Graubünden gibt es keine eigene Klinik für Kinder und Jugendliche mit einer psychischen Erkrankung. Die Zahl der Patienten nimmt aber laufend zu. Der Kanton möchte die Betroffenen nun in Nachbarkantonen unterbringen. Diese haben aber selbst Wartelisten.

Mädchen schläft

Bildlegende: Der Kanton Graubünden hat zu wenig Platz für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen. Keystone

Im Thurgau und im Kanton St. Gallen wurden in den letzten Jahren geschlossene psychiatrische Abteilungen speziell für Kinder und Jugendliche aufgebaut. Beispielsweise in Littenheid im Kanton Thurgau und in Ganterschwil im Kanton St.Gallen.

Kein solches Angebot speziell für Kinder gibt es bis heute in Graubünden. Weil das Problem aber auch dort gross ist, möchten der Kanton und die betroffenen Organisationen ihre Jugendlichen in den Nachbarkantonen unterbringen, bis ein eigenes Angebot in diesem Bereich steht.

Dies dürfte aber schwierig werden, ist sich Rudolf Leuthold, der Leiter des Gesundheitsamtes Graubünden, bewusst. «Die Angebote bei unseren Nachbarn sind sehr gut ausgelastet», sagt der Amtsleiter.

«  Wir haben eine Warteliste. Und weil unsere Klinik in Graubünden nicht auf der Spitalliste steht, haben diese Kinder keinen Vorrang. »

Ulrich Müller-Knapp
Chefarzt Klinik Sonnenhof Ganterschwil

Und auch die Verantwortlichen der entsprechenden Kliniken in St. Gallen und im Thurgau bestätigen, dass sie sehr gut ausgelastet sind. Es gebe immer wieder Wartelisten, heisst es auf Anfrage von Radio SRF.