Graubünden kämpft für seine Kinderchöre

Der Bündner Kantonalgesangverband hat 2008 die Kinderchöre gefördert - mit einem speziellen Projekt und in Zusammenarbeit mit dem Kanton auch mit einem finanziellen Anschub. Das Ziel: In allen Regionen sollte es wieder Kinderchöre geben. Nun zeigt sich: Die Erfolge sind bescheiden.

Gruppenfoto Kinderchor Prättigau

Bildlegende: Gibt jedes Jahr zwei Konzerte: Der Kinderchor Prättigau. ZVG

Weil es in Graubünden zeitweise praktisch keine Kinderchöre mehr gab, entschied sich der Bündner Kantonalgesangverband zu einer speziellen Massnahme: Er reichte beim Kanton das Projekt «Jedem Kind seinen Kinderchor» ein. Die kantonale Kulturförderung sprang auf und zahlte den teilnehmenden Chören ein «Startgeld» von 2000 Franken. Das Ziel des Gesangverbandes war, in jeder Bündner Region langfristig wieder einen Kinderchor zu haben.

Das Vorhaben ist nicht ganz gelungen. Von anfänglich zehn bis zwölf Kinderchören sind es mittlerweile noch vier.

«Vier funktionierende Kinderchöre sind heutzutage eine Menge», sagt dazu Retus Giger vom Bündner Kantonalgesangverband gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF. Die anderen Chöre seien entweder wegen Mitgliederschwund oder fehlenden Dirigenten eingegangen oder hätten fusioniert.

Jugendförderung auch weiterhin wichtig

Gruppenfoto Kinderchor Prättigau

Bildlegende: Gibt jedes Jahr zwei Konzerte: Der Kinderchor Prättigau. ZVG

Ein Chor, der dank des Projekts «Jedem Kind seinen Kinderchor» entstand, ist der Kinderchor Prättigau. Es gibt ihn heute noch. Jedes Jahr hat die Gruppe zwei Auftritte eingeplant. Diesen Frühling stehen die Prättigauer Kinder auf den Bühnen des Kinder- und Jugendchorfestivals St. Gallen.

Der Bündner Kantonalgesangverband legt nach wie vor grossen Wert auf die Förderung von Kinder- und Jugendchören, da praktisch alle Bündner Chöre von Nachwuchssorgen geplagt sind. So ist in der Geschäftsleitung des Verbandes jemand ausschliesslich mit der Jugendförderung beauftragt.