Graubünden will jugendliche Flüchtlinge besser betreuen

Geplant ist im Asylheim Davos ein eigener Trakt für minderjährige Flüchtlinge. Eine vergleichbare Lösung hat der Kanton St. Gallen. Kinder und Jugendliche auf der Flucht werden seit 2004 in einem speziellen Heim betreut. Andere Ostschweizer Kantone haben Pflegefamilien oder Vertrauenspersonen.

Jugendliche Flüchtlinge am Mittagstisch.

Bildlegende: Immer mehr jugendliche Flüchtlinge kommen alleine in die Schweiz. Keystone

Im ersten Halbjahr 2014 sind die Asylzahlen gestiegen. Laut dem Bundesamt für Migration flohen 256 Kinder und Jugendliche alleine in die Schweiz. 30 davon wurden in den Ostschweizer Kantonen und Graubünden platziert.

Neben St. Gallen schafft nun auch Graubünden eine eigene Einrichtung für die im Fachjargon genannten «unbegleiteten Minderjährigen».

Geplant ist ein Trakt im Davoser Asylzentrum, berichtete am Mittwoch die Zeitung Südostschweiz. Dort sollen die Kinder eine Schule besuchen und auch in ihrer Freizeit beschäftigt werden. Vorbild ist unter anderem der Kanton St. Gallen, der seit 2004 ein eigenes Heim für minderjährige Asylsuchende betreibt. Die Einrichtung hat 27 Plätze, zurzeit befinden sich 32 Jugendliche dort, sagt Urs Weber vom St. Galler Migrationsamt. Man sei an den Kapazitätsgrenzen.

Kleinere Ostschweizer Kantone wie Appenzell Innerrhoden und Thurgau bringen die ihnen vom Bund zugewiesenen jugendlichen Flüchtlinge in Pflegefamilien unter. Wenige Fälle aufnehmen muss auch der Kanton Glarus. Unbegleitete Minderjährige wohnen im Asylzentrum und haben dort eine Vertrauensperson.