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Graubündner Kultur Rätoromanische Gedichte neu interpretiert

Mario Pacchioli auf Parkbank
Legende: Mario Pacchioli stellt mit «Remas» ein reifes Werk vor. SRF

Vor gut 13 Jahren stand Mario Pacchioli auf der Bühne der Castingsendung «Music Star». Mittlerweile lebt der Rabiuser in Paris und hat sich künstlerisch weiterentwickelt. «Remas» ist ein Buch samt CD. Pacchioli hat Gedichte von Rätoromanischen Poeten ausgewählt und diese in Liedform neu interpretiert. Aufgenommen wurden die Lieder mit einem 70-köpfigen Orchester in Prag.

SRF News: Wie sind sie auf die Idee gekommen, zum Teil mehr als 100 Jahre alte Gedichte zu Liedern zu machen?

Mario Pacchioli: Das Projekt schwirrt bereits seit 20 Jahren in meinem Kopf herum. Immer wieder schrieb ich Musik zu verschiedenen Gedichten, fühlte mich aber nicht reif genug, um das Ganze ernsthaft anzugehen. Jetzt, mit 36, war es an der Zeit, das Projekt umzusetzen.

Warum Gedichte?

Die meisten der Gedichte kenne ich noch aus meiner Primarschulzeit. Wir mussten die Texte damals auswendig lernen. Als ich klein war, hatte ich Mühe damit. Meine Mutter hat mir damals kleine Melodien zu den Gedichten geschrieben, damit ich sie einfacher lernen konnte. Für mich waren deshalb Gedichte und Musik immer eine Einheit.

Eines der Stücke heisst «Al pievel Romontsch» (An das Romanische Volk) von Giacun Hasper Muoth aus den 1880er-Jahren. Das Gedicht handelt davon, das Romanische hoch zu halten. Sie haben daraus einen leichtfüssigen Tango gemacht, warum?

Dieses kämpferische Gedicht hat mich zu einem Tango inspiriert, weil ich finde, solche Gedichte sind nach wie vor wichtig und bleiben wichtig, allerdings nicht in dieser alten Form. Aber durch die Musik kann man einen neuen Zugang kreieren. Das wollte ich mit diesem Lied.

Einige Gedichte handeln vom Thema Familie und Kindheit, warum diese Auswahl?

Die Kindheit ist wie ein roter Faden. Es ist etwas, das uns aufrecht hält, zumindest mich. Durch die Distanz und das Leben in der Grossstadt suchte ich einen neuen Zugang zur eigenen Kindheit. Und dann sind in der Rätoromanischen Lyrik die Familie, die Kindheit und die Wurzeln auch häufig Thema.

Das Gespräch führte Silvio Liechti

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