Grosser Rat setzt Zeichen für Kulturschaffen

Das Bündner Kantonsparlament hat die Beiträge für das heimische Kulturschaffen um eine halbe Million Franken erhöht. Gegen den Willen der Regierung. Unterstützung erhielten die Kulturschaffenden aus allen Fraktionen.

Bühne des Festival Origen mit Schauspielern.

Bildlegende: Festivals wie Origen seien wichtig für den Kanton, fand die Mehrheit der Grossrätinnen und Grossräte. Keystone

Regierungsrat Martin Jäger hatte sich erfolglos gegen die Erhöhung der Kulturbeiträge gewehrt. Die Kultur sei in den letzten Jahren laufend mit höheren Beiträgen unterstützt worden. Zuerst müsse die aufgegleiste Neuausrichtung der Kulturförderung unter Dach und Fach sein, bevor mehr Geld ausgegeben werde.

Von diesem Argument wollte die Mehrheit im Rat nichts wissen. Sandra Locher von der SP hatte den Vorstoss für mehr Kulturgelder eingebracht. Es stimme zwar, dass die Beiträge für die Kultur in den letzten Jahren gestiegen seien. Aber sie hinkten trotzdem im Vergleich zu dem was geboten werde, massiv hinterher.

Die Mehrheit war sich einig: Festivals wie Origen oder das Theater Chur seien wichtig für den Kanton. Kultur mit Ausstrahlung könne gar ein Marketinginstrument für den Tourismus sein, sagten nicht wenige.

Freude über die Erhöhung der Kulturbeiträge herrschte auf der Zuschauertribüne. Giovanni Netzer, Intendant von Origen, wertete den Entscheid als Zeichen für das heimische Kulturschaffen. Netzter beklagte in der Vergangenheit immer wieder über die Kulturförderpolitik des Kantons. Der Entscheid sei ein Schritt in die richtige Richtung.