Grossfusion in der Bündner Herrschaft auf der langen Bank

Sollen sich die vier Gemeinden in der Bündner Herrschaft zu einer einzigen zusammenschliessen? Für den Jeniser Gemeinderat wäre dieser Schritt zu begrüssen, doch in den Nachbargemeinden fehlt die Bereitschaft für eine Fusion.

Das Dorf Jenins in der Bündner Herrschaft.

Bildlegende: Die Gemeinde Jenins sucht Fusionspartner in der Bündner Herrschaft. Adrian Michael

An einer Podiumsveranstaltung der FDP vor eineinhalb Jahren wurde erstmals öffentlich über eine Vereinigung der vier Gemeinden Maienfeld, Malans, Jenins und Fläsch diskutiert. Anklang fand diese Idee in der Gemeinde Jenins, die schon seit längerem mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat.

Verhandlungsmandat der Bürgerschaft

Im Dezember 2013 erteilte die Bürgerschaft dem Jeninser Gemeinderat den Auftrag, Gespräche mit den Nachbargemeinden zu einer möglichen Fusion zu führen. Wie der Jeninser Gemeindepräsident Baseli Werth auf Anfrage des «Regionaljournals Graubünden» von Radio SRF erklärte, hätten die drei anderen Gemeinden aber kaum Bedarf nach einem derartigen Schritt. Maienfeld und Malans gehe es finanziell gut und Fläsch erlebe nach der Verleihung des Wakkerpreises im Jahr 2010 einen Aufschwung.

Die Gemeindepräsidenten vom Maienfeld und Malans wollten zu einer möglichen Fusion nicht Stellung nehmen.

Fusion schon bald wieder ein Thema

Simon Theus, Leiter Projekte beim Bündner Amt für Gemeinden, rechnet trotz der derzeitigen Zurückhaltung in Zukunft mit Fusionen im Bündner Rheintal. Fusionen würden nicht nur aus finanziellen Überlegungen Sinn machen, sie würden auch verschiedene Synergien mit sich bringen, beispielsweise in personeller Hinsicht. Andere Beispiele aus dem Kanton Graubünden hätten gezeigt, dass es von der Planung bis zur konkreten Fusion lange Zeit dauern könne. Theus rechnet damit, dass Fusionen auch in der Bündner Herrschaft bald wieder ein Thema werden.