«Habe die Chinesen besser verstanden als die Tuatschins»

Seit genau einem Jahr ist Beat Röschlin Gemeindepräsident der Gemeinde Tujetsch. Im Gespräch mit dem Regionaljournal Graubünden spricht der ehemelige Manager über einen unpopulären Entscheid, über Zukunftsmusik und Eigenarten der Einheimischen.

Lange hat die Gemeinde Tujetsch einen neuen Gemeindepräsidenten gesucht im letzten Jahr. Am Ende wurde sie beim Zweitwohnugsbesitzer Beat Röschlin fündig. Der Manager aus dem Unterland stellte sich als einziger Kandidat zur Wahl. Inzwischen ist er ein Jahr im Amt. In dieser Zeit hat er mehrfach für Aufsehen gesorgt. Vor allem die Kündigung der Leistungsvereinbarung mit bei der regionalen Tourismusorganisation sorgte für viel Kritik. Röschlin bilanziert:«Ich habe nicht gewusst was ich damit auslöse. Aber manchmal muss man Chaos stiften um dann eine neue Ordnung zu schaffen».

«  Wir müssen nach Westen und nach Osten offen sein »

Beat Röschlin
Präsident Gemeinde Tujetsch

Auf die Zukunft angesprochen sagt Beat Röschlin: «Wir müssen nach Westen und nach Osten offen sein». Der Aufbau der Skiregion Sedrun-Andermatt sei wichtig. Andererseits müsse man aber auch gerade im Tourismusbereich auch auf die Zusammenarbeit mit der ganzen Surselva setzen.

Politik kann nicht alles reglen

Der Gemeindepräsident betont auch, die Politik könne nicht alles regeln. Gefordert seien die Menschen, welche in der Region lebten. «Es fängt im Kopf der Leute an. Die Menschen müssen das Heft selber in die Hand nehmen». Mit der weiterhin passiven Haltung der Einheimischen habe er manchmal etwas Mühe, sagt er, und schmunzelnd fügt er an «Auch schon habe ich die Art der Chinesen besser verstanden als die Tuatschins».