Hohe Strafen im Puschlaver Tötungsdelikt

30 und 21 Jahre Gefängnis: Dies ist das Urteil im Puschlaver Tötungsdelikt, welches ein italienisches Gericht gefällt hat. Vor vier Jahren wurde im Puschlav ein Ehepaar getötet.

Das Gericht im italienischen Sondrio von aussen.

Bildlegende: Das Gericht im italienischen Sondrio fällte am Montag sein Urteil. RTR

Der Prozess im norditalienischen Sondrio dauerte insgesamt zwei Jahre und insgesamt 42 Prozesstage. Die Anwälte der Verurteilten kündigten sogleich an, die Urteile an die nächste Instanz in Mailand weiterzuziehen. Die Angeklagten hatten die Tat bestritten.

Der 33-jährige Haupttäter wurde im Indizienprozess der Tötung für schuldig befunden. Er erhielt als Strafe 30 Jahre Freiheitsentzug, was in Italien lebenslänglich bedeutet. Zudem wurde der Mann des unerlaubten Besitzes und Tragens von Waffen schuldig gesprochen. Der zweite Angeklagte, ein 44-jähriger Unternehmer, wurde wegen Beihilfe zur Tötung zu 21 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

In der Schweiz wären angesichts der Höhe der Strafen beide Angeklagten wegen Mordes verurteilt worden. Das italienische Strafgesetzbuch macht aber nicht die gleichen Unterscheidungen wie das schweizerische.

Brutales Vorgehen

Die Angeklagten waren knapp ein Jahr nach der Tat in Italien festgenommen worden. Sie wurden angeklagt und verurteilt, weil sie am 21. November 2010 den 58-jährigen Inhaber einer Transportfirma und dessen 57 Jahre alte Frau bei Brusio im Puschlav umgebracht haben sollen. Es ging um Geld und Schulden.

Tot aufgefunden wurde das Ehepaar einen Tag später von den zwei erwachsenen Söhnen in den Büroräumlichkeiten der Firma. Rechtsmedizinische Abklärungen ergaben, dass das Puschlaver Ehepaar auf brutale Art und Weise umgebracht worden war. Beide Leichen wiesen Schuss- sowie Körperverletzungen auf, die auf heftige Gewaltanwendung hindeuteten.