HTW-Projekt könnte zum Thema in Bundesbern werden

Im vergangenen Herbst hat die HTW Chur das Projekt «Mitarbeiter-Sharing» präsentiert. Nun zeigt sich, wo die Herausforderungen liegen. Damit das Projekt so umgesetzt werden kann wie geplant, braucht es eine Gesetzesänderung.

Ein Mann greift an einer Rezeption nach einem Zimmerschlüssen.

Bildlegende: Hotelpersonal soll künftig ein Jahr lang in zwei verschiendenen Hotels arbeiten können - mit einem einzigen Vertrag. Keystone

Hotels in den Kantonen Graubünden und Tessin sehen sich oft mit dem gleichen Problem konfrontiert: Die meisten Gäste konzentrieren sich auf eine Saison, im restlichen Jahr ist der Betrieb deutlich ruhiger.

Deshalb lancierte die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur im vergangenen Herbst die Idee des «Mitarbeiter-Sharing». Das Hotelpersonal soll dank diesem Projekt einen Ganzjahresvertrag erhalten, statt wie bisher nur für eine Saison angestellt zu sein. So könnten sie im Sommer im Tessin und im Winter in Graubünden arbeiten.

Nun hat sich aber gezeigt: Auch zwei Saisons reichen nicht, um einen Mitarbeiter zwölf Monate lang zu beschäftigen. Übrig bleibt rund ein Monat, in welchem das Personal nicht beschäftigt werden kann.

Gestzesänderung im Visier

Hier möchte die HTW nun ansetzen. In diesem Monat sollen die Angestellten Geld von der Arbeitslosenverischerung erhalten. Ohne, dass sie sich aber um eine neue Stelle kümmern müssen - da ihnen diese ja bereits zugesichert ist.

Heute ist das aber rechtlich nicht möglich. Die HTW und die beiden involvierten Kantone wollen das aber ändern. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) soll eine entsprechende Ausnahmeregelung für ein Pilotprojekt zulassen und nach zwei bis drei Jahren Bilanz ziehen. Sollte dies geschehen und die Bilanz positiv ausfallen, könnte eine effektive Gesetzesänderung in Betracht gezogen werden.