Bündner Literaturpreis «Im Veltlin bin ich wahrscheinlich bekannter als in Nordbünden»

Massimo Lardi erhält heute den Bündner Literaturpreis. Im Gespräch über seine Liebe zum Schreiben, über seine Kindheit im Puschlav und den Parallelen zwischen Autor und den Protagonisten in seinen Büchern.

Massimo Lardi

Bildlegende: Der 80-jährige Massimo Lardi hat schon in der Schule gerne geschrieben. SRF

Der Puschlaver Autor Massimo Lardi ist Träger des mit 10'000 Franken dotierten Bündner Literaturpreises 2017. Die Auszeichnung würdigt besondere Verdienste in der Literatur Graubündens.

Zum Schreiben ist der 80-jährige Lardi bereits früh gekommen. «In der Schule habe ich immer sehr gerne Aufsätze geschrieben. Vielleicht bin ich daher zum Schreiben gekommen», sagt Lardi. Als Kind stand das Schreiben aber noch nicht im Mittelpunkt beim Puschlaver. «Damals waren wir im Sommer auf der Alp, und auch sonst lief immer viel bei uns», erinnert sich Lardi. Er ist mit einem Zwillingbrunder und 12 Geschwistern aufgewachsen.

Nach der Schule ist Lardi aus dem Tal weggezogen. Er hat in Zürich studiert, später hat er in Chur als Lehrer gearbeitet. Gleichzeitig hat er sich immer sehr für die Geschichte seiner Heimat interessiert. Unter anderem hat er die Geschichte der Puschlaver Schmuggler und Auswanderer erforscht. Später hat er die Fakten in Romanform gegossen.

Nur wenige Publikationen von Massiomo Lardi sind auch in Deutsch erschienen. Deshalb wurde der Autor im deutschsprachigen Graubünden nie sehr bekannt. «Im Veltlin bin ich wahrscheinlich bekannter als in Nordbünden», vermutet der Autor, welcher seit seiner Pensionierung wieder im Puschlav lebt und schreibt.