Immer auf Zack - wie Hans Gasser die Domat Emser Rüfe überwacht

Der Murgang oberhalb des Bündner Dorfes Domat Ems ist noch in Bewegung. Sie wird rund um die Uhr überwacht. Das alles rund läuft, dafür ist Hans Gasser verantwortlich. Auf das schlechte Wetter über Pfingsten sind die Einsatzkräfte vorbereitet. Trotz Schwerarbeit ist die Gefahr noch nicht gebannt.

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Kampf gegen den Schlamm

5:18 min, aus Schweiz aktuell vom 16.5.2013

Ein Murgang hält Graubünden seit fast einem Monat auf Trab. Trotz lückenloser Überwachung und unermüdlichen Schwerarbeiten ist die Gefahr nach wie vor nicht gebannt. Bedroht sind eine Industriezone und vor allem die Bündner Verkehrsachsen: Die Linie der Rhätischen Bahn RhB - aber auch die San Bernardino-Autobahn, die A13.

Ein Mann telefoniert mit einem Handy

Bildlegende: Hans Gasser ist Stabschef des Kantonalen Führungsstabes von Graubünden. Keystone

Doch ein Tag auf Achse mit Stabschef Hans Gasser zeigt: die Bündner sind vorbereitet. Wenn in Graubünden eine Katastrophe droht, ist er zur Stelle: der Haldensteiner Hans Gasser, seines Zeichens Stabschef des Kantonalen Führungsstabes von Graubünden.

Seit dem 19. April 2013 ist er mit der Mure aus dem Val Parghera oberhalb des Bündner Dorfes Domat Ems beschäftigt. Nachdem Kantonspolizei und Militär wieder abgezogen sind, obliegt es ihm, alles Nötige zu veranlassen und die Arbeiten mit den kantonalen Ämtern, der Stadt Chur, der Gemeinde Domat Ems und der Kantons- und Stadtpolizei zu koordinieren.

 Am Donnerstag morgen um acht Uhr war bereits der 10. Koordinationsrapport aller Beteiligten – zu Hans Gassers Zufriedenheit. Das Fazit der vereinten Hilfskräfte gegen die entfesselte Kraft der Natur: es braucht stärkere Wasserpumpen am Rhein.

Dass sich der Pegelstand des Flusses, im Vergleich zum Hochwasser in vergangener Zeit nach unten verändert hat, fordert ein anderes Pumpsystem. Denn mit Wasser aus dem Rhein wird viel Geschiebe der Mure verflüssigt, dem Rhein wieder zugeführt und so auf natürlichem Weg abtransportiert.

Keine One-Man-Show

Hans Gassers Rundgang im Gelände gilt aber auch den Zivilschützern, die tapfer an den verschiedenen Überwachungs- und Einsatzpunkten ausharren. 15 Zivilschutzdiensleistende sind in Schichtdienst rund um die Uhr in Aktion.

Nach acht Stunden übernehmen die Kollegen und so ist, zum ersten Mal überhaupt in Graubünden, so berichtet Hans Gasser stolz, der Zivilschutz rund um die Uhr präsent.

Überhaupt zeigt eine Tour mit dem ebenso vifen wie jovialen Gasser, dass er stets darauf bedacht ist, all seine Mitstreiter zu loben und zu berücksichtigen. Eine One-Man-Show liege ihm fern, da seien noch ganz viele Andere am Erfolg beteiligt.