«Ist dieses Gerümpel zwischen Bad und Dorf wirklich St. Moritz?»

Wer zum ersten Mal nach St. Moritz kommt und einen mondänen Tourismusort erwartet, dürfte ernüchtert sein. «St. Moritz ist hässlich», sagt auch Architekt Christoph Sauter. Er und die Kulturwissenschaftlerin Cordula Seger haben St. Moritz analysiert und machen Vorschläge für die Zukunft.

Plan von St. Moritz

Bildlegende: Ansicht von St. Moritz mit der «Statt-Mauer» (gelb) und für den Ort wichtige Gebäude (orange und rot). Christoph Sauter Architekten

Auf 300 Seiten analysiert das Paar Sauter und Seger die Vergangenheit und Zukunft von St. Moritz. Das Ergebnis: Durch den ausufernden Bau von Zweitwohnungen ist dem mondänen Tourismusort seine Identität abhanden gekommen. Statt den Sehnsuchtsort St. Moritz auch baulich zu inszenieren, dominieren heute private Gebäude, die nur wenige Wochen pro Jahr bewohnt sind.

Ausführlich, mit Text, Bild und Plänen, legt das Autorenduo dar, aus welchen Elementen sich wieder eine Identität des Ortes entwickeln liesse. Für St. Moritz typische Bauten wie die Grand Hotels, die Seepromenade oder Sportanlagen sollen über eine «Statt-Mauer» miteinander verbunden und so in den Vordergrund gerückt werden.

Sauter, Christoph, Cordula Seger: «St. Moritz. Stadt im Dorf». Hier und Jetzt 2014.

SRF1; Regionaljournal Graubünden 17:30 Uhr