Jugendparlament: Die jungen Wilden mit utopischen Ideen

In der kantonalen Jugendsession Graubünden und dem Jugendparlament der Stadt Chur sehen Jugendliche, was Politik ist und wie sie gemacht wird. Neben wilden Ideen, bringen beide immer wieder Personen und Inputs für die Erwachsenenpolitik hervor.

Sitzungszimmer mit Jugendlichen an Tischen im Kreis

Bildlegende: Im Rathaus in Chur geht Mitte März das Jugendparlament der Stadt Chur in die dritte Session. ZVG / Jugendparlament Chur

«Der Politikteil in der Zeitung war schon immer mein Liebster, deshalb habe ich mich für die Jugendsession angemeldet», sagt der heutige CVP-Grossrat Tino Schneider. Vor drei Jahren hat er zum ersten Mal Politikluft geschnuppert und schon ein Jahr später, 2014, wurde er in den Grossen Rat gewählt.

Er ist aber nicht der erste, der den Sprung in die Erwachsenenpolitik geschafft hat. Auch in einem Jugendparlament angefangen haben unter anderem der Regierungsrat Martin Jäger und der ehemalige Churer Stadtpräsident Rolf Stiffler.

Konkrete Bündner

Aus den Jugendparlamenten gehen aber nicht nur Personen hervor, sondern auch konkrete Ideen. Die Idee aus dem Jugendparlament der Stadt Chur, ein Alkoholverbot auf gewissen Plätzen in Chur zu streichen, wurde an den Stadtrat überwiesen. Eine Idee aus der kantonalen Jugendsession, mehr Busverbindungen für das Churer Rheintal, ist bereits umgesetzt.

Lange Tradition

Während die Bündner konkrete Vorschläge machen, pflegt der Kanton St. Gallen zusammen mit den beiden Appenzell eher die Tradition, im geschützten Raum über Politik zu diskutieren. Diesen Mai geht es in die 34. Session. Konkrete Ideen gingen daraus zwar immer hervor, «aber oft sind die Ideen bereits thematisiert worden und so wird selten etwas komplett neu angestossen», sagt der St. Galler Staatssekretär Canisius Braun.