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Kantonaler Fischereiverband «Intakte Gewässer helfen dem Tourismus»

Mann vor Wand
Legende: Die Amtszeitbeschränkung: Rudolf Gerhard tritt nach 15 Jahren als Präsident des Kantonalen Fischereiverbands ab. RTR

Rudolf Gerhard war 15 Jahre lang Präsident des Kantonalen Fischereiverbands. In seine Amtszeit fiel unter anderem die Diskussion rund um die Restwassersanierung bei den Kraftwerken, bei welcher die Fischer ebenfalls am runden Tisch sassen.

SRF: Die Restwassersanierungen waren ein dominierendes Thema ihrer Amtszeit, wie aufwändig war das ganze rückblickend?

Rudolf Gerhard: Das war sehr aufwändig. Wir hatten den runden Tisch mit den involvierten Ämtern, Umweltverbänden, den Fischern und natürlich den Kraftwerkbetreibern. Das waren sehr gute, konstruktive Gespräche, die zum Teil sehr gute Ergebnisse gebracht haben.

Wie zufrieden sind sie mit dem, was nun erreicht wurde?

Wir sind recht zufrieden. Selbstverständlich hätten wir Fischer hier und da gerne noch mehr Restwasser. Es ist uns natürlich bewusst, dass die Kraftwerke auch volkswirtschaftlich ein wichtiger Faktor sind. Wir haben uns überall so getroffen, dass es für die Kraftwerke verträglich ist, aber auch für uns Fischer akzeptabel.

Wir haben uns überall so getroffen, dass es für die Kraftwerke verträglich ist, aber auch für uns Fischer akzeptabel.

Wie schwierig ist es in einem Wasserkraftkanton gegen die Wasserkraft zu kämpfen?

Es ist zum Teil recht zermürbend. Wir stellen fest, dass die Fischerei einen touristischen Nutzen gleich Null hat, somit auch wenig geschätzt ist. Vergleicht man die Einnahmen, die mit dem Fischereipatent gemacht werden mit denen der Wasserzinsen, dann ist es ganz klar, dass die Priorität auf die Nutzung der Wasserkraft gelegt wird und nicht auf die Fischerei.

Als Präsident des Kantonalen Fischereiverbands kämpft man unter anderem für mehr Wasser in den Flüssen. Waren sie geleitet vom Umweltschutzgedanken, oder war auch eine Portion Egoismus dabei, man will ja schliesslich Fische aus dem Wasser holen?

Ich denke es ist kein Egoismus von uns Fischern. Man muss das anders anschauen. Graubünden lebt zu einem grossen Teil vom Tourismus. Ich denke, intakte Gewässer, schön fliessende Bäche sind etwas, das dem Tourismus hilft. Es hat im Wasser auch Kleinlebewesen, die haben keine Lobby, auch die verdienen zu überleben.

Das Gespräch führte Silvio Liechti.

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