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Kleiner Gewinn Stromkonzern Repower wieder in den schwarzen Zahlen

  • 2017 erzielte der Bündner Stromkonzern Repower einen kleinen Gewinn von 20 Millionen Franken. Es ist der erste Gewinn seit 2012.
  • Gründe seien die höheren Strompreise, ein besserer Wechselkurs zum Euro und das Geschäft in Italien, so Finanzchefin Brigitte Krapf an der Medienkonferenz.
  • Der Jahresumsatz belief sich auf 1,8 Milliarden Franken.
  • Als neue Verwaltungsratspräsidentin vorgeschlagen ist Monika Krüsi. Sie soll die Nachfolge von Ex-Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz antreten.

Unternehmenschef Kurt Bobst sprach am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Landquart GR von einem nach wie vor «ruppigen Umfeld», angesichts dessen der Konzern stolz auf den Gruppengewinn von über 20 Millionen Franken sein könne. Die Marktpreise für Strom hätten sich zwar stark erholt, aber auf tiefem Niveau. Von einer nachhaltigen Erholung könne noch nicht gesprochen werden.

Eine neue Verwaltungsratspräsidentin für Repower

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Verwaltungsratspräsident Pierin Vincenz soll durch Monika Krüsi ersetzt werden. Sie ist seit 2003 Partnerin der Unternehmensberatung MKP Consulting. Der einstige Raiffeisen-Chef Vincenz hatte im Januar bekannt gegeben, im Mai nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten. Zuvor hatte er bereits andere Verwaltungsratsmandate aufgegeben.
Vincenz sitzt in Untersuchungshaft. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung. Vincenz soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und sich persönlich bereichert haben.

Für das laufende Jahr erwartet Repower ein operativ tieferes Ergebnis als 2017. Bobst zeigte sich gleichwohl zuversichtlich wie seit langem nicht mehr: «Wir haben die Talsohle durchschritten.»

Pumpspeicherwerk «Lago Biancho» bleibt in der Schublade

Der Konzernchef gab sich überdies davon überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein, unter anderem mit dem Geschäftsfeld Services und Dienstleistungen. Unverändert sehr wichtig für den Stromkonzern ist neben dem schweizerischen der italienische Markt. Aus Osteuropa dagegen hat sich die Unternehmung mittlerweile zurückgezogen. Trotz wirtschaftlicher Erholung verzichtet Repower laut Bobst weiter auf eine Aktivierung des Projekts eines Pumpspeicherwerks im Puschlav. Das 2,5 Milliarden Franken teure Vorhaben ist von der Bündner Regierung im Oktober 2016 genehmigt, von Repower wegen tiefer Strompreise aber auf unbestimmte Zeit zurückgestellt worden.