Kritik an Rheintal-Änderungen der SBB

Die SBB setzt ab Juni neue Züge auf der Stecke St. Gallen - Chur ein. Dafür gibt es keine Zugbegleiter mehr. Die Gewerkschaft SEV stört sich an den Änderungen der SBB auf der Rheintal-Linie. Es sei keine Qualitätssteigerung, sondern ein Abbau.

Ein Kondukteur bei der Arbeit in einem Zug.

Bildlegende: Für den SEV wird die Rheintallinie mit der Abschaffung der Kondukteure deutlich abgewertet. Keystone

In einer Mitteilung kündigte die SBB einen «Qualitätssprung» an. Ab dem Sommer-Fahrplanwechsel ersetzen vier neue Doppelstock-Kompositionen der Firma Stadler Rail die zum Teil 40 Jahre alten Züge. Die neuen Züge seien auf anderen Linien bei den Passagieren gut angekommen, heisst es.

Wegen «neuer technischer Möglichkeiten in der Zugsabfertigung» fahren die neuen Züge ohne Zugbegleiter. Zur Sicherheit der Reisenden sind die Züge mit Videoüberwachung und einem 24-Stunden-Notruf ausgerüstet. Zudem wird laut SBB ein Konzept für ein Verpflegungsangebot in den Zügen ausgearbeitet.

SEV sieht Abwertung der Linie

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV kritisierte in einer Stellungnahme die Streichung der Zugbegleiter. Damit werde die Kundenbetreuung fallengelassen. Mit dem angekündigten «Qualitätssprung» gaukelten die SBB und die Kantone St. Gallen und Graubünden den Fahrgästen etwas vor.

Die Rheintallinie werde nicht auf-, sondern deutlich abgewertet, schreibt der SEV. Das neue Rollmaterial werde durch den Abbau der Zugbegleitung mitfinanziert. Die Rheintallinie werde zur längsten unbegleiteten Zugsstrecke der SBB.

Versprechungen der SBB und der Kantone, zumindest eine eingeschränkte Zugbegleitung aufrechtzuerhalten, hätten sich als «Hinhaltetaktik und leere Versprechungen» erwiesen. Kritik äussert der SEV auch an den beiden CVP-Regierungsräten Benedikt Würth (St. Gallen) und Mario Cavigelli (Graubünden).