«Kuhhandel» um Stromleitungen

Die Swissgrid zahlt 65 Millionen, damit sie ihre Starkstromleitungen im Engadin ausbauen darf.

Strommast

Bildlegende: Im Unterengadin dürfen doppelt so viele Leitungsdrähte an den bestehenden Starkstrommasten montiert werden. Keystone

Im Engadin werden rund 1000 Strommasten abgebrochen, die Zubringerleitung der Engadiner Kraftwerke zwischen Pradella und La Punt soll unter die Erde. Dies haben Energieunternehmen, Gemeinden und Umweltverbände zusammen mit der

Swissgrid ausgehandelt. Diese darf im Gegenzug ihre Starkstromleitung im Engadin ausbauen. Das heisst: Doppelt so viele Leitungsdrähte an den bestehenden Starkstrommasten montieren und diese teilweise auch erhöhen.

Hoher Preis

Die Stromleitungen auf dieser rund 50 Kilometer langen Strecke unter die Erde zu verlegen kostet rund 100 Millionen Franken. Die Swissgrid hat sich bereit erklärt rund 65 Millionen an diese Kosten zu zahlen. Im Gegenzug darf sie die Kapazitäten auf ihren Strommasten im Engadin ausbauen.

Sehr zufrieden

Bei den Engadiner Kraftwerken ist man mit diesem Kompromiss sehr zufrieden. Die rund 30 Millionen, die das Kraftwerk jetzt noch für die Verlegung der Stromkabel aufwenden muss, wäre so oder so nötig gewesen, um das bestehende Netz zu erneuern und unterhalten, heisst es bei den Verantwortlichen. Auch die Umweltverbände sind mit diesem Kompromiss zufrieden.

Bewilligung vom Bund

In den nächsten Tagen soll der Bund die Bewilligung für das Projekt erteilen. Die Engadiner Kraftwerke haben bereits mit Vorarbeiten begonnen. Im nächsten Jahr sollen die eigentlichen Bauarbeiten für den neuen Strom-Graben beginnen.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr