«Mamma da Chalandamarz» in Lavin kocht weiter

Im Streit um den Brauch des Chalandamarz in Lavin hat eine Arbeitsgruppe entschieden: Die Mutter des ältesten Schülers, die «Mamma da Chalandamarz», kocht auch in Zukunft sechs Essen für die ganze Kinderschar. Der Brauch war umstritten.

Junge Bündner schütteln Kuhglocken.

Bildlegende: Chalandamarz - mit Kuhglocken gegen den Winter. Keystone

Im vergangenen Jahr war in Lavin zwischen Einheimischen und Zuzügern eine Kontroverse ausgebrochen. Es sei zu aufwändig, eine Woche lang für bis zu 40 Schüler zu kochen, meinten einige Mütter. Viele Frauen seien berufstätig und könnten sich nicht mehr gleich für den Brauch einsetzen wie früher.

Darum hat sich eine Arbeitsgruppe aus Einwohnern gebildet. Diese hat einen Leitfaden erarbeitet, der an alle Haushalte verschickt wurde. Bezüglich der gemeinsamen Essen bleibe alles beim Alten. Das hiess es auf Anfrage der Sendung  «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF 1 vom Gemeindepräsidenten, Linard Martinelli.

Der alte Brauch Chalandamarz wird am 1. März in jedem Engadiner Dorf gefeiert. Die Schüler treiben mit Kuhglocken den Winter aus. Früher gingen die Kinder durch das Dorf, um Nahrungsmittel für das Festessen zu besorgen. Diese Essen gab es, damit auch arme Kinder einmal im Jahr satt wurden. Heute treffen sich in Lavin am Abend alle Teilnehmenden bei der «Mamma da Chalandamarz» zum Essen.