Mehr Jugendtreffs gefordert

Seit 11 Jahren fordert der Dachverband der Bündner Jugendförderung, dass die Gemeinden mehr machen für ihre Jugend. Doch auch heute noch fristet die Jugendarbeit in vielen Gemeinden ein stiefmütterliches Dasein. Das Jugendmobil soll dies ändern.

Samuel Gilgen David Pfulg schauen in die Kamera

Bildlegende: Samuel Gilgen (links) und David Pfulg von «jugend.gr» vor dem JugendMobil SRF

In Grüsch, Scuol, Zernez, Zuoz, Poschiavo und im Münstertal hat der Dachverband Kinder und Jugendförderung, «jugend.gr» Halt gemacht seit letztem Herbst. Bei Schulhäusern und Dorfplätzen wurde ein fahrender Jugendtreff installiert. Kinder und Jugendliche konnten sich dort treffen, reden, spielen oder beispielsweise Sgraffito malen.

Der mobile Jugendtreff soll Lust auf mehr machen. Jugendliche, Eltern, und Lehrer sollen dazu animiert werden, auf die jeweilige Gemeinde zugeschnittene Projekte zu realisieren. Erste Erfolge seien bereits sichtbar sagt Fachstellenleiter Samuel Gilgen: «Im Münstertal haben Jugendliche bereits 200 Unterschriften gesammelt und Kontakt mit dem Gemeindevorstand aufgenommen. Auch in Zuoz wurde eine Arbeitsgruppe installiert». In den Gemeinden sollen nun neue Angebote für die Jugendlichen geschaffen werden.

Konkurrenz für lokale Vereine?

Gerade in ländlichen Gebieten gibt es bestehende Strukturen für junge Menschen. Der Musikverein, die «Giuventüna» oder den Volleyballclub. Diese Angebote wolle man nicht konkurrenzieren, betont der Geschäftsführer von «jugend. gr». David Pfulg sagt: «Wir wollen bestehende Angebote nicht konkurenzieren, wir wollen ergänzend wirken, junge Leute abholen, welche andere Angebote suchen».

Im Jugendtreff lernen für die Zukunft

Eine Studie der Unicef Schweiz sagt, die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Familie und in der Schule sei heute verhältnismässig weit fortgeschritten in der Schweiz. Auf Gemeindeebene aber bleibe sie zurück. Hier müsse man die Kinder besser einbinden. Hier könnten sie für die Zukunft lernen sagen Pfulg und Gilgen im Gespräch mit dem Regionaljournal Graubünden. «Damit Kindern und Jugendliche lernen wie sie sich am Allgemeinwesen und der Gesellschaft beteiligen können, müssen sie üben können».