Millionenschaden für Parkhaus Chur AG

Im mutmasslichen Betrugsfall einer Churer Treuhandfirma hat die Parkhaus Chur AG einen Schaden von drei Millionen Franken erlitten. Diese Zahl, die einem Jahresumsatz entspricht, machte der Verwaltungsrat der Parkhaus Chur am Mittwoch in Chur öffentlich.

Johannes Hummel

Bildlegende: Anfang Januar trat Johannes Hummel vor die Medien und berichtete von der Anzeige gegen den Bruder. SRF

Verwaltungsratspräsident Romano Cahannes sagte vor den Medien, die Parkhaus Chur sei wegen des Verlustes weder betrieblich noch hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit gefährdet.

Die Schadenssumme von knapp drei Millionen Franken entstand im Zeitraum von vier Jahren, wie eigene Untersuchungen der Parkhaus Chur ergaben.

Die Parkhaus Chur AG, die drei Parkhäuser betreibt, gehörte zu den Kunden der beschuldigten Treuhandfirma. Das renommierte Treuhandunternehmen deponierte Ende Januar die Bilanz. Die mutmasslichen Verfehlungen des Verwaltungsratspräsidenten hätten ein Ausmass angenommen, das keinen Raum für die Sanierung der Firma zulasse, hiess es.

70 Gläubiger haben Forderungen angemeldet

Bisher haben sich beim Konkursamt Plessur in Chur ihre Forderungen angemeldet. Rund zwölf Millionen Franken würden bisher gefordert, sagt Philipp Annen vom Konkursamt.

Anfang Januar war bekannt geworden, dass gegen Christian Hummel, den Verwaltungsratspräsidenten der Treuhandfirma, Anzeige wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung erstattet worden war. Johannes Hummel, der Zwillingsbruder von Christian Hummel, war von sich aus an die Öffentlichkeit getreten und hatte erklärt, die Strafanzeige eingereicht zu haben.

Wieviel Geld Christian Hummel tatsächlich veruntreut hat, untersucht die Bündner Staatsanwaltschaft. Hummel steht auch unter Verdacht, als Kassier der Kirchgemeinde Bad Ragaz-Pfäfers SG Veruntreuungen begangen zu haben.

Die Kirchgemeinde hatte Mitte Januar mitgeteilt, in der Buchhaltung seien Unregelmässigkeiten festgestellt worden.