Mit Infrarot und Radar den Berg durchleuchten

Ende 2011 stürzten beim Pizzo Cengalo im Bergell mehr als zwei Millionen Kubikmeter Fels in die Tiefe. Wissenschaftler erforschen an diesem Berg nun, wieso es in Permafrostgebieten zu Fels- und Bergstürzen kommt.

Seit drei Wochen vermessen Forscher die Bewegungen des Felsens am Pizzo Cengalo im Bergell. Ziel ist es, besser zu verstehen, was Fels- und Bergstürze im Permafrost auslöst. Aus den Erkenntnissen soll ein Katalog abgeleitet werden, der Voraussetzungen und Situationen aufzeigt, unter denen mit derartigen Ereignissen zu rechnen ist.

«Wie eine Zwiebel»

Erste Erkenntnisse gibt es bei den Radarmessungen. Sie zeigen, dass «manche Felspartien langsam gegen aussen kippen», sagt Marcia Phillips vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos. Sie gehört zur Forschergruppe. Der Felsen sei wie eine Zwiebel geschichtet, bei der sich einzelne Schichten lösen.

Die Forscher messen auch mit Infrarotaufnahmen die Temperaturveränderungen an der Felsoberfläche. Fix installiert ist dazu eine Kamera, die alle zwei Stunden ein Bild macht.

Das Projekt der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) steht unter Bündner Leitung und soll bis 2015 abgeschlossen werden, wie die Bündner Regierung am Dienstag mitteilte.

Beteiligt sind das Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden, die Gemeinde Bregaglia, das WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, die ETH Zürich, das Amt für Geologie in Bozen und private Expertenbüros.