Nach dem Währungsknall: Forderungen aus Graubünden an die Politik

Seit gestern sind Ferien hierzulande für Leute aus dem Euroraum massiv teurer geworden. Nachdem die Nationalbank bekannt gegeben hat, dass sie den Euromindestkurs nicht mehr aufrecht erhält, ist der Franken im Vergleich zum Euro deutlich stärker geworden. Touristiker fordern nun Massnahmen.

Vier Skifahrer sitzen in einer Sesselbahn.

Bildlegende: Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche und auch Skibillette haben sich für Touristen schlagartig verteuert. Keystone

Um rund 15 Prozent ist die Schweiz seit gestern für Leute aus dem Euroraum teurer geworden. Hat man vor ein paar Tagen noch für 100 Euro, 120 Franken erhalten, sind es heute nur noch rund 100 Franken.

Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche, Skibillette, alles hat sich für Touristen schlagartig verteuert. Möglich, dass nun bereits gebuchte Ferien abgesagt werden, sagt Toni Morosani, Direktor der Morosani Hotels in Davos. «Besonders preissensible Kunden könnten abspringen», befürchtet er.

Nun gelte es, noch besser zu werden. Wenn der Gast schon mehr bezahlen müsse, soll er auch mehr für sein Geld erhalten. So müsste jeder Hotellier versuchen, seine Gäste zu halten.

«Es braucht neue Konzepte»

Die Qualität steigern, sei sicher ein guter Ansatz, sagt der Präsident der Bündner Hoteliers , Ernst Wyrsch. «Aber das reicht nicht, es braucht neue Konzepte», erklärt er. Der Tourismus müsse schon so vieles stemmen, Stichwort Russische Gäste die ausblieben, das Wetter und nun auch noch der Wechselkurs, sagt Wyrsch.

Der Tourismus habe nie nach direkter staatlicher Unterstützung verlangt, das könne sich nun aber ändern. «Es ist nicht so, dass sich der Tourismus nach Unterstützung sehnt», sagt Wyrsch. Nun müsse die Branche aber mit dermassen vielen Wettbewerbsverzerrungen leben, dass man Unterstützung brauche.

Je nach dem bei welchem Wert sich in der nächsten Zeit der Euro einpendelt, müssten Massnahmen ergriffen werden. Welche das sein könnten, liess Wyrsch offen.