Neuer Anlauf für Zweitwohnungssteuer in Silvaplana

Die Gemeinde Silvaplana hat einen neuen Vorschlag ausgearbeitet, wie sie die beschlossene Zweitwohnungssteuer umsetzen möchte. Ein Vermietungszwang für Ferienhausbesitzer ist nicht mehr vorgesehen. Wer viel in seiner Wohnung ist, soll weniger zahlen müssen.

Silvaplana

Bildlegende: Die Silvaplaner Zweitwohnungen beschäftigten auch das Bundesgericht. Keystone

Ursprünglich wollte die Gemeinde Silvaplana die Ferienhausbesitzer zur Kasse bitten. Nur wer sein Ferienheim mindestens 160 Tage im Jahr vermietet, hätte von der Steuer befreit werden sollen. Ferienwohnungsbesitzer wehrten sich, zwar erfolglos, bis vor Bundesgericht. Der Unmut unter den betroffenen Zweitwohnungsbesitzern blieb gross.

Auch die Eigennutzung zählt

Im Dezember 2014 beschloss die Gemeindeversammlung, die Einführung der Zweitwohnungssteuer zu sistieren. Nun liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Besteuert werden sollen nun nur noch die Tage an denen die Wohnung nicht benutzt wird. Dabei wird die Eigennutzung der Besitzer explizit angerechnet.

Der neue Vorschlag

Belegung
Steuer
bis 45 Tage
100 Prozent
46 bis 90 Tage
50 Prozent
über 90 Tage
0 Prozent

Auch die neue Regelung kommt bei Bruno Suter, einem der Ferienwohnungsbesitzer, der sich gegen die Steuer gewehrt hatte, nicht gut an. «Ich finde die Steuer nach wie vor falsch». Sollte die Steuer schliesslich eingeführt werden, dann müsse die Schwelle für eine Steuerbefreiung tiefer liegen, meint Suter: «Bei etwa 70 Tagen». Weiter müsse die Abstufung zur Berechnung der Steuer besser geregelt sein.

Gemeindeversammlung entscheidet erneut

Ob die Steuer überhaupt kommt, entscheidet die Gemeindeversammlung im März. Zurzeit steht noch eine Initiative im Raum, die verlangt, ganz auf die Erhebung einer Zweitwohnungssteuer zu verzichten.