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Graubünden Neues Gefängnis Realta: Sieger ist ein Bündner Architekturbüro

Das Gesamtplanerteam unter der Federführung der Architekten Dieter Jüngling und Andreas Hagmann (Chur) baut das neue Gefängnis Realta in Cazis. Das teilte das Hochbauamt Graubünden am Donnerstag mit. Im international ausgeschriebenen Wettbewerb waren 27 Teams angetreten.

Plan des geplanten Gefängnisses in Cazis.
Legende: Das Szenario zeigt das geplante Gefängnis in Cazis. Die Mauern um das Gelände sollen acht Meter hoch werden. ZVG

In Graubünden gibt es bereits ein Gefängnis mit geschlossenen Plätzen. Das Gebäude des Sennhofs in Chur mit rund 30 Plätzen ist jedoch veraltet. Ersetzt werden soll das Gefängnis deshalb mit einem Neubau in Cazis mit 150 Plätzen. Untergebracht würden dort Inhaftierte aus der ganzen Ostschweiz. Der Zürcher Regierungsrat Martin Graf sagte an einer Medienkonferenz am Donnerstag, Zürich habe bereits Interesse für 70 Plätze angemeldet.

In der ganzen Ostschweiz fehlt es an Gefängnisplätzen, erklärte Martin Graf als Präsident des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats weiter. Das neue Gefängnis kostet Stand heute 106 Millionen Franken. In den nächsten Monaten werden die Pläne ausgearbeitet. In einem Jahr debattiert das Bündner Parlament über den Verpflichtungskredit. 30 Prozent der Baukosten würde der Bund übernehmen. Beim Betrieb zahlen andere Kantone ein «Kostgeld» für ihre Häftlinge.

Gefängnisarchitektur zum strafen und resozialisieren

Detaillierte Pläne existieren noch nicht. Das siegreiche Planerteam rund um die Architekten Jüngling und Hagmann haben einen umfangreichen Text mit Bildern und Skizzen eingereicht. Eine grosse Stärke des Projekts sei die Stimmung, sagt Kantonsbaumeister Markus Dünner. So sollen die Zellen von 12 Quadratmetern von der Farbigkeit und Materialität an ein Wohnzimmer erinnern und die Fenster grösser sein als sonst in Gefängnissen, möglicherweise auch ohne Gitter.

«Die Strafe ist der Freiheitsentzug», sagt Dünner, es gehe nicht darum, die Leute weiter zu schikanieren. Der Alltag sei wie auch sonst in Gefängnissen durchgetaktet, die Möglichkeiten klein. Profitieren von gut gestalteten Räumen sollen auch die Angestellten. So sind Arbeitsräume mit Tageslicht vorgesehen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von L. Gardel, Pfäffikon
    Kann Herrn Gerber nur zustimmen. Da kann ich nur noch den Kopf schütteln. Tätern wird das Leben so einfach wie möglich gemacht. Man investiert Millionen dafür! Resozialisierung und und und... Haftanstalten sollten abschreckend wirken!! Opfer hingegen müssen mit den erlittenen Traumata leben und werden von der Gesellschaft alleine gelassen. Sie verlieren an allen Ecken und Enden. Und wenn es ganz schlimm kommt dann werden die Opfer auch noch für die erlittene Tat verantwortlich gemacht.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Warum bis 8 mts. hohe Mauern? Bei diesem Luxus bleiben doch alle ganz freiwillig. Schöner ist es draussen auch nicht......
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Top Luxus Hotels inkl. Essen und Voller Kostenübernahme auf kosten der Steuerzahler und Opfer von Kriminellen. Anderst kann man dieses neue Gefängnis nicht bezeichnen. Da ist es nicht mehr schlimm wenn man erwischt wird. Ein Gefängnis sollte nur das absolut allernötigste zum überleben haben, mehr nicht. Sonst ist es keine Abschreckung. Die Opfer sind somit gleich 2 mal gestraft.
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