Neues Kantonsspital: Bauarbeiten sind zweitrangig

Bei der Baustelle des Kantonsspital Graubünden gilt es, eine Balance zwischen Bauarbeiten und Spitalbetrieb zu finden. Für die Beteiligten nicht immer ganz einfach.

Beim Kantonsspital Graubünden in Chur befindet sich derzeit eine der grössten Baustellen des Kantons. Gebaut werden in den kommenden sieben Jahren zwei neue Gebäude, das erste soll 2018 eröffnet werden.

Die Dimension der Baustelle ist beeindruckend. Auffallend sind die hohen senkrechten Wände, welche die Baugrube umgeben. Damit sie nicht einstürzen, mussten über tausend Anker in die Wände gebohrt werden. «Damit stellen wir sicher, dass die bestehenden Gebäude nicht einstürzen», sagt Spitalarchitekt Stefan Knobel.

Bewegt sich einer der Hänge dennoch, wird ein Alarm ausgelöst: «Einzelne Anker werden elektronisch überwacht. Bewegt er sich, wird der Ingenieur alarmiert. Er muss schliesslich entscheiden, ob es zusätzliche Verankerungen braucht.»

Operationen haben Priorität

Damit der Spitalbetrieb nicht gestört wird, können die vier Kräne von den Piloten der Regahelikopter ferngesteuert werden. Nähern sie sich dem Spital und die Baustelle ist gerade nicht in Betrieb, können sie die Kräne per Knopfdruck so ausrichten, dass sie die Flugschneise nicht behindern.

Gestört werde der Spitalbetrieb von den Arbeiten selten, sagt Martin Vincenz, Leiter der Unternehmenskommunikation. Es sei aber schon vorgekommen, dass die Arbeiten Vibrationen ausgelöst haben, welche operierende Ärzte gestört haben. «In diesem Fall ist klar, die Operation geht vor», so Vincenz. Dann müssten die Arbeiten eben unterbrochen werden.

So eine Baustelle in Sichtweite habe durchaus auch Vorteile, sagt Vincenz. Gerade für die Patienten der Kinderstation sei es eine willkommene Abwechslung, die Arbeiten beobachten zu können.