Nomade und Brückenbauer für die Armen

Als Nomade ohne Adresse reist der Engadiner Toni Rüttimann seit einem Vierteljahrhundert durch Lateinamerika und Asien. Im Gepäck die Zeichnung einer Hängebrücke, die er konstruiert hat. Vor Ort zeigt er den einheimischen Bauern, wie sie die Brücke bauen können.

Toni Rüttimann und Kollege auf Seilen in schwindelnder Höhe

Bildlegende: Toni Rüttimann und ein Helfer beim Bau einer Brücke in Myanmar. zvg

Aus geschenkten und wiederverwerteten Stahlrohren und Seilen sind bis heute über 600 Brücken entstanden – in Honduras, Mexiko, Myanmar, Indonesien oder Kambodscha. «Die Menschen machen beim Bau der Brücken mit. Ganze Dörfer tragen tagelang Steine und heben Gruben für das Fundament aus», sagt Toni Rüttimann in der Sendung «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF 1.

«Ich bin keine Firma, habe darum auch keine Website, ich bin auch keine Organisation und habe keine feste Adresse. Das Projekt aber funktioniert auch so», betont Rüttimann. Unterstützung bekomme er von allen Seiten. Von Schweizer Firmen, die die Stahlseile lieferten, oder auch von einer argentinischen Firma.

Aber auch die Behörden verschiedener Länder seien behilflich, indem sie die Einfuhrerlaubnis für das Material erteilten.

Gepackt hat es den 45Jährigen vor einem Vierteljahrhundert. Gleich nach der Matur reiste der junge Engadiner nach Ecuador um dort im Erdbebengebiet seine Hilfe anzubieten. Seither hilft er den Menschen, unüberwindbare Flussläufe zu überwinden und sicher zu machen.